Aktionswoche zu rechten Bedrohungen und Einschüchterungsversuchen

Der Asta bat uns, im Rahmen eines Projekts des Referats für Politische Bildung, AStA der Universität Kiel drei Fragen zu faschistischer Bedrohung zu beantworten. So sehen unsere Antworten aus:

1. Wie hat sich das Leben der Betroffenen verändert / Was sind deine Umgangsstrategien?

Eine rechte Bedrohung ist für jede/n erstmal ein Schock, auch dann, wenn sie natürlich bereits von anderen Bedrohungen gehört hat. Je nach Art der Bedrohung ist dies zudem ein Eingriff in die Privatsphäre der Betroffenen. Dies hat Verunsicherung und Angst zur Folge.
Die Konsequenz daraus darf keineswegs sein, sich zurückzuziehen. Sprich darüber, geh an die Öffentlichkeit, informiere Freundinnen und Freunde, Nachbarinnen und Nachbarn, Verwandte etc.
Wende dich an die Initiative zebra – Zentrum für Betroffene rechter Angriffe e.V. Kleiner Kuhberg 2-6 Kiel! Nimm dort die Beratung in Anspruch. Dies dient darüber hinaus zur Erfassung rechter Straftaten in Schleswig-Holstein. https://www.zebraev.de/beratungsangebot/
Liegt eine rechte Straftat vor, ist es zudem gut, sich an die Polizei zu wenden. Im Zweifelsfall kann es richtig sein, einen Rechtsanwalt einzuschalten.

2. Was wünschen sich Betroffene / Welchen Umgang mit dem Thema Rechte Bedrohungen und Einschüchterungsversuche wünschen Sie sich in Zukunft?

Konsequentere Verfolgung rechter Straftaten, öffentliche Ächtung (bzw. Verbot) faschistischer Organisationen, kein Raum für solche Organisationen in den Medien. AfD raus aus den Parlamenten.

3. Was kann man tun / Was kann jeder Einzelne Ihrer Meinung nach tun, um solchen Ereignissen vorzubeugen und zu unterstützen?

Jede/r kann für ein friedliches und solidarisches Zusammenleben eintreten und bei jeder Gelegenheit oder bei Gesprächen gegen rassistischen, ausgrenzenden, demokratiefeindlichen Äußerungen oder Handlungen sich positionieren. Darüber hinaus kann jede/r sich Organisationen anschließen, die im weitesten Sinne der Antifa angehören, oder diese durch Aufrufe, Spenden etc. unterstützen.

 

Die Kieler OMAS GEGEN RECHTS im Wahlkampf

Die OMA Walks in der Holstenstraße haben sich nicht wirklich bewährt – am Vormittag ist unsere Innenstadtstraße fest in der Hand unserer Gäste aus Skandinavien. Die Kielerinnen und Kieler, die wir mit unserem Flyer gegen die AfD erreichen wollen, sind anderswo: Auf dem Exerzierplatz, wo samstags immer großer Wochenmarkt ist.  Also gab es für uns nur eine Konsequenz: Wir ziehen um!  Im April und an den beiden Mai-Samstagen vor der Landtagswahl haben wir unseren Stand am Rande des großen Marktplatzes aufgebaut. Und in der Tat: Endlich können wir unsere Flyer verteilen, und so mancher  ermutigende Zuruf und nette Gespräche mit Menschen jeden Alters .

Die Wettergöttin war uns bislang hold, wenn auch der für unser Bundesland typische Wind immer wieder für Kühlung sorgte.  Aber wie sagen wir im Norden: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung!

Ein kleiner Bilderbogen:

 

 

Unsere Stimmen für den Frieden

Liebe OMAS GEGEN RECHTS,

am 8. Mai 2022 jährt sich zum 76. Mal das Ende des 2. Weltkrieges und der Tag der Befreiung von der faschistischen Herrschaft. Fassungslos stehen wir heute wieder an der Schwelle eines Weltenbrandes. Unsere Generation hat die Folgen des von Deutschland begonnenen Krieges noch sehr deutlich gespürt, darum ist es wichtig, dass wir unsere Geschichten, unsere Gedanken, unsere Erfahrungen weitergeben.

Mit den Homepages unseres Bündnisses und unserer Regionalgruppen, mit unseren Facebook Seiten und mit dem Medium der Tonspur und des Videos haben wir öffentlichkeitswirksame Wege, das was wir zu sagen haben, an die Menschen zu bringen.

Ihr seid gefragt! Schickt uns Eure Geschichten, Gedanken, Bilder, Lieder …

Wir werden sie zu einer Serie, bzw. zu einem Video und Tonspur verarbeiten, die dann zum Tag der Befreiung bundesweit öffentlich ist. Gemalte Bilder können im Video als Bild vor der Tonspur laufen.

Interesse? Hier ein paar technische Hinweise:

Eure eigenen Werke können wir auf Facebook und auf den Internetseiten der OMAS GEGEN RECHTS veröffentlichen; indem Ihr uns Text oder Bild schickt, erklärt Ihr Euch mit der Veröffentlichung einverstanden. Bitte schreibt dazu, wie Ihr als Autor*in genannt werden wollt (z.B.Monika F. aus K. oder OMA Monika aus Kiel oder mit vollem Namen). Natürlich könnt Ihr Euren eigenen Text auch als Tonaufnahme schicken – oder auch beides: Schrift und Sprache – in jedem Falle an die e-mailadresse video@ogrb.de

Selbstverständlich freuen wir uns auch über Texte anderer Autor*innen – wegen des Urheberrechts können wir solche Texte (z.B. von Bertolt Brecht, Mascha Kaléko usw.) nicht schriftlich auf unseren Seiten veröffentlichen – solche Texte können wir nur als Tonaufnahme verwenden.

Und wie geht das? Im Grunde ganz einfach:

Du brauchst ein Smartphone oder ein Tablet. (Hast Du beides nicht, möchtest aber mitmachen: E-Mail video@ogrb.de an wir finden eine Lösung!)

Alles, was zählt, sind Ton und Bild (bei Videos), deswegen: Nebengeräusche möglichst ausschalten und einen neutralen Hintergrund wählen!

Wichtig: Das Mikrofon, die Aufnahme vor dem Sprechen und nach dem Sprechen ungefähr 3 Sekunden laufen lassen. Also: Mikro an – im Kopf bis drei zählen – sprechen – bis drei zählen, Mikro aus – dann ist wirklich alles drauf! (Hilft uns beim Schnitt!)

Sprache: Deutlich vorlesen; bitte überprüft die Aufnahme – Störgeräusche oder eine zu geringe Lautstärke lassen sich beim Schneiden nicht komplett korrigieren. Wichtig: Bitte schreibe Deinen Text in die E-Mail, mit der Du die Datei schickst und nenne auch Deinen Namen und den Ort aus dem Du kommst. Umsetzung: Sprachrekorder/ Diktierfunktion – oder nutze einfach die Videofunktion. Versenden: Bitte per E-Mail an video@ogrb.de.

Wenn die Datei zu dick ist, um von Deinem E-Mail-Programm als Anhang versendet zu werden, dann sende sie per WeTransfer.

Schlusstermin für die Einsendung ist der 21.4.2022; 18:00 Uhr.

Wir freuen uns auf Eure Texte, Bilder, Videos und Tondokumente

8. Mai – Landtag nazifrei!

Unser Flugblatt zur Landtagswahl am 8. Mai 22

Wir OMAS GEGEN RECHTS stehen für:
– Frieden, keine Aufrüstung
– Ein solidarisches Sozialsystem ohne neoliberale Umverteilung von unten nach oben
– Gleichberechtigung aller Menschen und aller Lebenskonzepte
– Keine Diskriminierung aufgrund von Herkunft, geschlechtlicher Identität, Religion, Hautfarbe oder Familienstand
– Umweltschutz und wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel; die Erde muss auch für die Generationen nach uns bewohnbar bleiben.
– Eine von Menschlichkeit und Solidarität geprägte Politik für alle Geflüchteten

AfD raus aus den Parlamenten!
Am 8. Mai wählen gehen!
Keine Stimme für die Nazis!

Der 8. Mai, der Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus, soll ein Feiertag werden!

 

Außen blau, innen braun
Die AfD ist keine Wahl!
Eine kleine Wahlhilfe von den OMAS GEGEN RECHTS

 

Die AfD und die Menschlichkeit
Für die AfD zählen nur Deutsche. Zuwanderung wird als Bedrohung angesehen. Die AfD macht Menschen mit Migrationsgeschichte zu Sündenböcken für alles, insbesondere für Arbeitslosigkeit, Kriminalität und sexuelle Gewalt. Deshalb will sie das Asylrecht „aussetzen“. Menschliche Not und das Leid der vor Krieg oder Hunger Geflüchteten sind der AfD gleichgültig. Die AfD schürt nicht nur Angst vor Überfremdung sondern propagiert, Geflüchtete würden gegenüber sozial schwachen Deutschen bevorzugt behandelt. So spielt sie die Bevölkerungsgruppen gegeneinander aus.

Die AfD und das Soziale
Die AfD will Vermögende entlasten. Sie will deshalb keine Einführung von Vermögenssteuern und die Abschaffung von Erbschafts- und Schenkungssteuer. Für Menschen, die zur Miete wohnen, hat die AfD nur den Rat, sich Wohneigentum anzuschaffen. Eine Mietpreisbremse lehnt sie ab. Den sozialen Wohnungsbau will sie beenden.

Die AfD und die Gleichberechtigung
Familie bedeutet für die AfD Vater, Mutter, Kinder. Schützenswert ist ist nur die deutsche Familie. Die Geburtenrate soll gesteigert werden, um den Erhalt der Deutschen zu sichern; dafür sollen Frauen auf ihre Rolle als Mutter beschränkt werden. Das Abtreibungsverbot soll verschärft werden.

Die AfD und das Klima
Die AfD leugnet den Klimawandel. Sie will aus dem Pariser Klimaschutzabkommen austreten, weiter Kraftwerke mit Kohle und Atomenergie betreiben.

Diese Erkenntnisse gewinnt man aus dem aktuellen Wahlprogramm der AfD Schleswig-Holstein.

Und wofür stehen die Spitzenkandidaten der AfD:
Der Spitzenkandidat Jörg Nobis spielt Bevölkerungsgruppen im Land gegeneinander aus, so fragt er zum Beispiel, was man mit den Geldern (Kosten für Asyl und Migration) hätte Gutes anfangen können. So jemand gehört nicht in unseren Landtag!

Kurt Klaus Kleinschmitt, Listenplatz 2, ist bei den sogenannten Querdenkern aktiv, er ist für Aufrüstung und Ausbau militärischer Infrastruktur. Er inszeniert sich gern als „aufrechten Patrioten“, der als Exsoldat nun seinen „Dienst fürs Vaterland“ bei der AfD fortsetzen will. Ein völkischer Militarist, der nicht in unseren Landtag darf.

Volker Schnurrbusch, Listenplatz 3. Das zentrale Anliegen des derzeitigen Minderheitenbeauftragten der AfD im Landtag ist der Kampf gegen Multikulti. Und natürlich ist er gegen Quoten und Gleichstellung. Denn eine Benachteiligung der Frauen (z.B. beim Einkommen) gibt es für ihn nicht. So jemand vertritt nicht die Interessen der Frauen in unserem Land.

Dies ist nur eine kleine Auswahl dessen, was wir „kleinen Leute“ von der AfD zu erwarten haben. Von der Ausgrenzung von Minderheiten über Rassismus und Antisemitismus bis zu Gewaltverbrechen und Terror von Rechts. Die AfD ist eine Gefahr für unsere Gesellschaft!

25. März ’22 – Fridays for Future

Mehr als 2.000 vorwiegend junge Menschen haben sich gestern, Freitag 25. März 2022 auf dem Exerzierplatz in Kiel versammelt.

Wir OMAS GEGEN RECHTS hatten, wie jedes Mal, unseren Stand aufgebaut. Natürlich gab es wieder unsere Info-Flyer und Buttons aber auch jede Menge Naschkram: Kekse, Muffins und Kuchen – das alles selbstverständlich auch vegan. In den Farben der Ukraine, blau und gelb, bemalte „Solidaritätssteine“waren ein besonderer Hingucker. Wie immer wurden wir von den Veranstalter*innen und den Demonstrierenden mit einem herzlichen Applaus begrüßt.

In ihren Redebeiträgen zeigten sich die Aktivist*innen enttäuscht von den klimapolitischen Entscheidungen der Ampel-Koalition: Der sozialverträgliche Ausbau der erneuerbaren Energien, ein CO2-Budget oder die Mobilitätswende seien noch nicht angestoßen, geschweige denn umgesetzt.

Der Angriff Putins auf die Ukraine war selbstverständlich auch Thema. Neben der Solidarität mit den Menschen in der Ukraine betonten die Rednerinnen und Redner auch, wie wichtig es ist, sich endlich von fossilen Energieträgern, und damit auch vom Handel mit autoritären Systemen unabhängig zu machen. Eins wurde in den Redebeiträgen klar: Ein „Weiter so“ in der Klimapolitik, die Fokussierung auf den motorisierten Individualverkehr und die Pläne, 100 Milliarden Euro in die Rüstung zu investieren, treffen auf den entschlossenen Widerstand der jungen Leute.

Während der Kundgebung war an unserem Stand immer was los: Hungrige Kids holten sich was zu Naschen, andere wollten einfach ihrer Freude über unseren Stand Ausdruck verleihen, wieder andere wollten Informationen über unsere Arbeit, und es waren auch wieder ein paar Frauen dabei, die sich dafür interessierten, bei uns mitzumachen.

Kurz: Der Klimastreiktag war für uns wieder ein voller Erfolg – die inzwischen schon berühmte „Ost-Westufergruppe“ der Kieler OMAS GEGEN RECHTS hat mal wieder, und wie immer, großartig gearbeitet. Das Spendenschwein wurde von vielen, die unseren Stand besuchten, fleißig gefüttert, und so werden die aktiven OMAS bestimmt bald wieder eine ihrer Hilfsaktionen starten.

Gegen 14:45 verließen alle den Exerzierplatz – der Demonstrationszug, der sich über Ziegelteich und Hummelwiese zum Theodor-Heuss-Ring in Bewegung setzte, war mit deutlich mehr als 2.000 Teilnehmenden ganz schön beeindruckend – 

 

 

 

 

 

und die OMAS GEGEN RECHTS packten müde aber zufrieden Tisch, Transparente und Sonnenschirm wieder ein – bis zum nächsten Mal!

Für eine Welt ohne Rassismus

Die gestrige Kundgebung war insgesamt ein schöner Erfolg. Gutes Wetter, guter Platz, richtig gute Reden. Leider waren nicht viele Menschen dort, es war wohl alles ein bisschen viel in letzter Zeit. Die Band der Didf (Föderation demokratischer Arbeitervereine) Sadev war, wie immer ganz wunderbar und in der halben Stadt zu hören. Die beiden haben noch viele Zuhörer angelockt.

Hier einige Impressionen:

Russland braucht Hilfe

das klingt jetzt vielleicht etwas provozierend, aber lest doch mal zu Ende, was eine OMA GEGEN RECHTS meint:

Monika Salzer, die Gründerin der OMAS GEGEN RECHTS, hat heute ein Bild gepostet: Eine alte Frau sitzt in einer Bahn; auf dem Fenster hinter ihr sind russische Schriftzeichen zu lesen. Sie trägt eine strahlend gelbe Jacke und ein blaues Kopftuch, und ihr Gesicht strahlt eine ernste Würde aus; ohne sie zu kennen und ohne weitere Erläuterungen spüre ich ihren stillen Protest. Ich werde das Bild hier nicht weiter verbreiten, denn ich kann nicht wissen, welche Konsequenzen es für diese mutige Frau haben würde.

Fast die ganze Welt ist sich darin einig, Russland mit allen erdenklichen Sanktionen zu belegen; gleichzeitig baut die NATO im Baltikum eine gewaltige Drohkulisse auf. All das soll die russischen Machthaber dazu bewegen, einzulenken, zu verhandeln, ihren Angriff auf die Ukraine einzustellen.

Bis jetzt ist das alles ohne Wirkung geblieben: Die russische Armee rückt weiter in die Ukraine vor, und es sieht so aus, dass es eine Frage der Zeit ist, bis das ganze Staatsgebiet besetzt und unter russischer Kontrolle ist.

Es macht mich hilflos, traurig und zornig. Nein, auch ich weiß nicht, was der richtige Weg wäre, diesen Krieg zu beenden. Sanktionen? Irgendwann wirken die bestimmt, aber zunächst einmal treffen sie die einfachen Menschen in Russland, denen dann Medikamente, Nahrungsmittel und andere wichtige Dinge fehlen werden; nicht zuletzt auch, weil der Rubel nichts mehr wert sein wird.

Der Ukraine zur Kapitulation raten? Klingt pragmatisch, ist aber ziemlich zynisch, wenn man selbst in einer friedlichen Demokratie lebt. Militärisches Eingreifen? Völlig ausgeschlossen, Zu groß ist die Gefahr, dass den Weltenbrand, der dann entsteht, niemand mehr unter Kontrolle bringen kann.

Überhaupt nicht zu ertragen ist es, dass die russische Aggression jetzt den perfekten Vorwand bietet, die Rüstungsspirale wieder in Gang zu setzen. Ja, als Pazifistin stehe ich stumm und fassungslos vor den Ereignissen. Aber es kann nicht sein, dass wir Milliarden in Waffen und militärisches Gerät stecken, Geld und Ressourcen, die dringend gebraucht würden, um diesen Planeten bewohnbar zu halten.

Ja, ich bin solidarisch mit der Ukraine, aber meine Gedanken sind auch bei den Menschen in Russland. Menschen, die seit Wochen nichts von ihren Männern, Söhnen, Vätern und Brüdern gehört haben, weil es von den russischen Staatsmedien keine Informationen gibt. Menschen, deren Protest brutal niedergeknüppelt wird. Menschen, die ohnehin in einfachsten Verhältnissen lebend, jetzt auch noch die Folgen der westlichen Sanktionen tragen müssen.

Russland muss sich selbst von Putin und seinem Regime befreien. Dafür braucht es politische Signale und Perspektiven: Russland muss, wenn Putin endlich weg ist, Teil Europas werden. Wir müssen die Demokratinnen und Demokraten in Russland unterstützen und wir müssen helfen, dass die Wahrheit überall bekannt wird.

Gestern habe ich auf facebook einen tollen Tip gelesen, und es gleich mal selbst ausprobiert:

– Auf Google Maps eine russische Stadt aufrufen

– gewerbliche Punkte anklicken

– im Feld links „Rezensionen“ aufrufen

– im Dialogfeld „Rezension schreiben“ einen Text einfügen, zum Beispiel:

Киль 1918 - Вы тоже можете! [Kil' 1918 - ty tozhe smozhesh'!]

(Kiel 1918 – Ihr schafft das auch!)

За что должны умирать ваши люди, ваши братья и сыновья?
[Za chto dolzhny umirat' vashi muzh'ya, vashi brat'ya i synov'ya?]

Wofür müssen Eure Männer, Eure Brüder und Söhne sterben?

Vielleicht teilt Ihr das weiter – die Menschen in Russland haben Besseres verdient als von Putin und seinen Oligarchen verheizt zu werden. Lasst uns den Mantel des Schweigens und der Lügen wegreißen! Mit dem online Übersetzer https://www.deepl.com/translator könnt Ihr auch eigene Texte reinsetzen. Viel Erfolg!! Ich träume davon, dass Russland, die Ukraine, Belarus und viele andere, die heute noch unter Diktaturen leben, irgendwann einmal friedliche Teile einer friedlichen Weltgemeinschaft sind.

Mahnung an die Demokratie

In einem Offenen Brief an die Fraktionen der SPD, CDU, FDP, Grüne und Linke des Deutschen Bundestages haben sich die Nachkommen Holocaust Überlebender an das Parlament gewandt. Eins der Anliegen dieses Briefes ist es, der unsäglichen Einstufung Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA e.V.) als linksextrem entgegenzuwirken und die Bedeutung von Antifaschismus für eine funktionierende Demokratie zu betonen:

Offener Brief der letzten noch lebenden Verfolgten des Naziregimes und der Nachkommen der Verfolgten des Naziregimes, von Exil und Widerstand

Heute hat Esther Bejarano Geburtstag

Am 15. Dezember 1924 wurde Esther Bejarano in Saarlouis geboren. Sie – eine Ehrenoma der OMAS GEGEN RECHTS – verstarb, wie ihr alle wisst, am 10. Juli 2021. Anlässlich ihres Geburtstages wollen wir an die beeindruckende Frau mit der großen Ausstrahlung erinnern.

Eigentlich hatten wir eine Veranstaltung zu Esthers Geburtstag angedacht, und ich wollte aus ihrem Buch vorlesen. Aber die Zeiten sind nicht so, und so haben wir beschlossen, einen Beitrag auf unserer Homepage zu veröffentlichen.
Gestattet mir ein persönliches Wort: Wenn ich mal ein wenig resigniere oder daran denke, dass die Aufgaben, die wir haben, schier überwältigend groß sind, denke ich gern an Esther. An ihre Energie, an ihre Kraft. Dann geht es mir etwas besser und ich kann wieder daran glauben, dass wir Omas auf dem richtigen Weg sind und etwas dazu beitragen können, dass die Faschisten in ihren Löchern verschwinden (Deckel drauf und basta).

Lassen wir Esther Bejarano selbst zu Wort kommen:
In den siebziger Jahren, als sie eine Boutique in Eimsbüttel hatte, fragten einige Kundinnen, ob sie Türkin sei.

Aber sie haben sich gewundert, dass ich so gut Deutsch konnte, dann musste ich sagen: Kinder, ich bin hier geboren. Was hast du gemacht während des Krieges, fragten sie, und so kam es, dass sie erfahren haben, dass ich in Auschwitz und Ravensbrück gewesen war. (…)

Aber dann geschah die Sache mit den Nazis. Die NPD stellte einen Stand vor meiner Boutique auf. Ich habe einen großen Schreck bekommen. Es tauchten auch viele Antifaschisten mit ihren Transparenten auf. Da stand: ,Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg’ drauf. Dann kam die Polizei und hat sich vor die Nazis gestellt, um sie zu schützen. So habe ich einen Wutausbruch gekriegt. Ich ging raus und sagten den Polizisten: Es ist eine Katastrophe, was hier passiert, was machen Sie, wieso schützen Sie eigentlich diese Leute? Wissen Sie nicht, wer sie sind? Die haben zu viel Elend in die Welt gebracht, und Sie schützen sie. Und die Anderen, die gegen diese Nazis demonstrieren, werden in der grünen Minna weggebracht. Wo sind wir eigentlich? Der Polizist antwortete: Regen Sie sich nicht so auf und gehen Sie wieder in Ihre Boutique, sonst kriegen Sie einen Herzinfarkt. Aber ich regte mich noch mehr auf, fasste ihn am Revers, und er sagte: Lassen Sie mich sofort los, sonst verhafte ich Sie. Machen Sie das nur, habe ich gesagt, ich habe Schlimmeres erlebt, ich war in Auschwitz. Und einer von diesen Nazis, der das gehört hatte, hat gemeint: Sie müssen sie einsperren, weil sie eine Verbrecherin ist, wenn sie in Auschwitz war, denn in Auschwitz waren nur Verbrecher. Daraufhin habe ich zu mir gesagt: Das reicht jetzt!“

Von jenem Moment an hat sich Esther eine neue Welt eröffnet, ihre Welt. Sie hat endlich Menschen kennen gelernt, denen sie vertrauen konnte, sowohl unter den Jüngeren als auch unter den Älteren, die seit 1933 dem Naziregime Widerstand entgegengebracht hatten.

Sie hatten viel Schlimmes erlebt, genau wie ich, aber sie waren schon von 1933 an aktiv im Widerstand. Von denen ist in Deutschland überhaupt nicht die Rede. Wenn man über die Widerstandskämpfer spricht, meint man diese Generäle, die Hitler ermorden wollten (Oberst von Stauffenberg und andere – Anmerkung von mir), dabei waren sie bis zu dem Zeitpunkt an seiner Seite und haben alles mitgemacht. Sie sind heute die am meisten gefeierten Widerstandskämpfer in Deutschland, die anderen, die Kommunisten, die Sozialdemokraten und alle möglichen Menschen, die von Anfang an gegen Hitler gekämpft hatten, die werden kaum irgendwie benannt. Meine jiddischen Lieder handeln auch von jüdischem Widerstand, es ist wichtig, dass diese Lieder bekannt werden. So wenige Menschen wissen, dass es einen jüdischen Widerstand gab. Das ist überhaupt nicht bekannt. Dass viele Menschen ums Leben gekommen sind, das ist eine andere Sache. In Deutschland hat man immer gesagt, die Juden hätten sich zur Schlachtbank bringen lassen und hätten sich nicht gewehrt. Das ist natürlich großer Blödsinn, denn wenn man sich gewehrt hätte, wäre man noch vorher umgekommen. Trotzdem gab es überall in sämtlichen Ghettos Widerstand. Ganz bekannt ist der Widerstand des Warschauer Ghettos, aber es gab auch in Buchenwald und in anderen Konzentrationslagern Widerstand. Das wollen wir auch mit unserer Musik bekannt machen. Ein wunderbares Lied ist Shtil, die nakht iz oysgeshternt, das von einem Widerstandskämpfer geschrieben wurde, der sehr jung zu Tode gekommen ist. Er hat auch Sog nit keynmol, as du gejsst dem letzn Weg verfasst, eines der wichtigsten Lieder des jüdischen Widerstands (gemeint ist Hirsch Glik, der mit 24 Jahren 1944 im Kampf gegen die deutschen Truppen starb – Anmerkung von mir). …“

Aus Esther Bejarano, Erinnerungen,
Vom Mädchenorchester in Auschwitz zur Rap-Band gegen rechts
Hrsg. Von Antonella Romeo

Esther Bejarano & Coincidence – Shtil, di nakht is oysgeshternt
https://www.youtube.com/watch?v=_gOxOFVVG4A

Sage nie, Du gehst den letzten Weg, Esther Bejarano und die Microphone Mafia
https://www.youtube.com/watch?v=-wmcZFnPuFI