Die Veranstalter erwarteten ca 500 Demonstrierende zur relativ kurzfristig geplanten Demo auf dem Exer – wir waren zwischen 2.500 und 3.000 Menschen – sowohl aus dem großen Bündnis – aber auch viele, denen es ein Bedürfnis und Anliegen war, dabei zu sein und Haltung zu zeigen. Jung und Alt waren da, um für unsere Demokratie einzustehen.
Viele aus dem Bündnis: FFF, die Gewerkschaft, die Seebrücke ….. und auch wir OMAS GEGEN RECHTS hielten Reden anlässlich des schockierenden Wahlergebnisses in Sachsen-Anhalt.
„Aber nicht nur die Zivilgesellschaft ist gefordert.
Von den demokratischen Parteien im Landtag erwarten –
nein fordern wir – nicht nur die Stärkung der Zivilgesellschaft,
sondern auch, dass sie aus all dem endlich die Konsequenz
ziehen und für die Prüfung eines AFD-Verbotes sorgen.
Wir OMAS GEGEN RECHTS sagen heute mit euch allen:
Zeit für die Generation ANTIFA!
Nie wieder ist jetzt!
Unsere Demokratie braucht keine Alternative!“
Die komplette Rede unserer Oma Hanne findet ihr hier: RedeHanne13092026
Am 29.08.2026 hat – organisiert von Kiel-Marketing – die „PlatzKultur“ (eine Veranstaltung im Zeichen von Begegnung, Kultur und Miteinander) auf dem Kieler Holstenplatz stattgefunden.
Neben anderen Organisationen waren auch die Kieler OMAS dabei. Der Standaufbau ab 11 Uhr startete mit leichtem Nieselregen. Ab Beginn der Veranstaltung um 12 Uhr hatte der Wettergott ein Einsehen, es blieb trocken.
An unserem Infostand gab es neben Kaffee, Tee und Keksen: Informationsmaterial, das OMA-Backbuch, Glückslose und -würmchen.
Zum Mitmachen luden zunächst der Demokratieteppich und ein Quiz zu den Themen der Veranstaltung: Vielfalt, Migration, gegen Rassismus ein.
Viele Interessierte blieben stehen, mit denen wir tolle Gespräche führen konnten. Etliche davon waren aber auch geprägt von der Sorge um die Demokratie und den Rechtsstaat.
Ab 14 Uhr waren die Kinderspiele dran: Seilspringen, Gummitwist, Ringe werfen und Himmel + Hölle wurden gut angenommen, wenn auch erst nach Vorführung durch uns OMAS . Je näher das Veranstaltungsende für uns (17 Uhr) kam, desto größer war die Nachfrage. Auch Eltern waren mit Begeisterung dabei. Unser Fazit: Eine gelungene Veranstaltung, die uns viel Spaß gemacht hat.
Am Sonntag, den 23. August haben
ca. 150 OMAS aus ganz
Schleswig-Holstein „Happy Birthday“ gesungen und damit unserem Bundesland zum 80. Geburtstag gratuliert.
Happy birthday to you, Happy birthday to you
Happy birthday Schleswig- Holstein
Happy birthday to you.
Achtzig Jahre schon frei, Demokratie steht dir bei
Du unser Schleswig- Holstein
Bleibe stark, bunt und frei.
Mit Mut und Verstand, Schützen wir unser Land
Demokratie laut verteidigen
Für die Zukunft im Land.
Es waren OMAS gekommen aus Flensburg, Rendsburg, Schleswig, Eckernförde, Itzehoe, Lübeck, Mölln, Lauenburg, Nortorf, Heikendorf, Preetz, Kiel …. und sogar aus Buxtehude und Marburg: Eine lange Kette erstreckte sich vor dem Landeshaus im typischen weiß-schwarzen OMA-Outfit inclusive roter Mützen. Danke, dass Ihr Alle da wart!
Dr. Samet Yilmaz, Oberbürgermeister in Kiel.
Unterstützung und Ermutigung für unser engagiertes Agieren für eine lebendige Demokratie gegen Rechts erfuhren wir auch durch den Kieler Oberbürgermeister, Samet Yilmaz, der sich bereit erklärt hatte, eine Rede zu halten.
OMA Hanne aus Nortorf verliest das Grußwort der Landtagspräsidentin.
Die Landtagspräsidentin von Schleswig-Holstein, Kristina Herbst, hatte ein Grußwort geschickt. Beide waren sich einig darin, dass unser Engagement wichtig ist, um die demokratische Verfassung zu verteidigen: Damit Schleswig-Holstein auch in den kommenden 80 Jahren weiter ein Ort des offenen Wortes und des konstruktiven Handelns sein wird.
OMA Gisela aus Kiel hält die Rede der OMAS zum 80. Geburtstag Schleswig-Holsteins
Denn Schleswig-Holstein musste sich nach dem Krieg erst langsam zu einem demokratischen Bundesland entwickeln. Das beschreibt OMA Gisela in ihrer Rede. Diese Erfahrung lehrt uns: „Wenn die Feinde der Demokratie nach der Macht greifen, darf niemand untätig bleiben.“ Daher wurden abschließend auch der Ministerpräsident und die Landtagsabgeordneten aufgefordert, sich für das AfD-Verbotsverfahren einzusetzen.
Hier die komplette Rede 80. Geb. SH – Gisela .
DANKE auch an den „Ernst-Busch-Chor“ mit dem wir zu Beginn „Die Gedanken sind frei“ angestimmt haben und der danach noch drei weitere Lieder sang, die mit großer Begeisterung aufgenommen wurden.
Die zwei Stunden andauernde Feier wurde genutzt, um mit vielen Passant*innen ins Gespräch zu kommen, aber auch, um sich unter den Schleswig-Holstein OMAS kennenzulernen. Dazu traten unsere Trommlerinnen, Rapperinnen und unsere Flashmob-Gruppe erfolgreich auf.
Zum Abschluss noch einige weitere Impressionen von der Feier
80 Jahre Demokratie für Schleswig-Holstein – für die OMAS GEGEN RECHTS aus vielen Orten unseres Bundeslandes und natürlich aus der Landeshauptstadt selbst ein guter Grund zu feiern.
Nicht nur die Landschaft mit ihren Stränden, ihrem weiten Himmel und ihren Segelrevieren zeichnet Schleswig-Holstein aus. Bei aller Bodenständigkeit der Menschen ist Schleswig-Holstein in vielen Bereichen nicht nur auf der Landkarte weit oben:
Exzellente Forschung, Einrichtungen mit Weltgeltung vom Institut für Weltwirtschaft bis zum Geomar, Kultur in allen Facetten vom Wacken Open Air bis zum Schleswig-Holstein Musik Festival, eine Landesverfassung, die Sprache und Kultur von Minderheiten schützt, eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz und bei erneuerbaren Energien – all das sind die Errungenschaften einer offenen, demokratischen Gesellschaft, die entsteht, wenn Menschen aus aller Welt zusammenkommen, um gemeinsam zu arbeiten, zu forschen und zu feiern.
Was in den vergangenen 80 Jahren erreicht wurde, muss erhalten und weiter entwickelt werden, davon sind die OMAS GEGEN RECHTS überzeugt; deshalb werden sie am
Sonntag, 23. August um 14:00 Uhr an der Kiellinie
-Höhe Landeshaus –
unserem Bundesland mit einer Performance und einem Fest zu 80 Jahren Demokratie gratulieren und mit Musik, Kinderspielen und allerlei „Goodies“ mit allen feiern, die dabei sind.
Das Demokratiefestival stand
in diesem Jahr unter dem Motto: Kinderrechte.
Seit 1992 gilt in Deutschland die UN-Kinderrechtskonvention verbindlich im Range eines Bundesgesetzes.
Die Broschüre des Bundesfamilienministeriums „Deine Rechte- Löwenstark erklärt“ nennt 11 Kinderrechte, die wir in unserem Pavillion am Bootshafen thematisch aufgegriffen haben.
Und wir haben mit den Kindern, die zum Bootshafen kamen, alte Spiele gespielt, die schon uns OMAS vor langer Zeit Spaß gemacht haben wie Seilspringen, Gummitwist, Murmeln, Himmel + Hölle, Memory und andere…..
Wichtig war uns aber auch deutlich zu machen, dass eines der wichtigsten Kinderrechte: das Recht auf Schutz im Krieg und auf der Flucht aktuell oft mit vollzogenen oder drohenden Abschiebungen von Eltern mit Kindern in nicht sichere Drittländer kollidiert.
Daher: es ist und bleibt uns wichtig, dafür zu kämpfen, dass die Kinderrechte umgesetzt und eingehalten werden.
Wir unterstützen es, dass Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden.
Die Würde des Menschen ist unantastbar – Und plötzlich fehlen Nachbarn und Freund:innen
Gerne und häufig verkündet Innenminister Dobrindt die gestiegene Zahl von Abschiebungen in seiner Amtszeit als Erfolg.
2025 gab es fast ein Fünftel mehr Abschiebungen als im Vorjahr und immer häufiger treffen die Maßnahmen gut integrierte Geflüchtete und Familien mit Kindern. Allein zwischen Januar und September 2025 waren 17,3 Prozent der Abgeschobenen minderjährig.
Dabei wird immer wieder betont, dass das Kindeswohl vor allem Vorrang haben müsste. Auch unsere Landesregierung hält daran fest, kann aber keine Aussage dazu machen, unter welchen Bedingungen und aus welchen Situationen Kinder und Jugendliche abgeschoben wurden. Den Internationalen Tag des Kindes am 1. Juni nahmen OMAS GEGEN RECHTS zum Anlass bei unserer Mahnwache daran zu erinnern, dass die Rechte der UN-Kinderrechtskonvention für alle Kinder gelten, eben auch für Flüchtlingskinder.
Wir forderten, dass Minderjährige mit ihren Familien nicht abgeschoben werden dürfen. Das Anliegen stieß auf großen Zuspruch. Schon nach einer Stunde waren alle Flyer an Passant*innen verteilt.
Seit ein paar Monaten schon sind die Kieler OMAS im Stadtbild präsent: Jeden Dienstag steht eine Mahnwache vor dem neuen Rathaus; die beiden Arbeitsgruppen Klimapolitik und Migration wechseln sich ab. Für Passantinnen und Passanten dürften Sie schon bald ein vertrauter Anblick sein.
Samstags findet man die OMAS am Asmus-Bremer-Platz, wo sie zu „Kaffee mit OMA“ und Gesprächen einladen.
Wie ist für die, die mitmachen? Wir haben ein paar Eindrücke und Erlebnisse gesammelt:
Ute P.Die Resonanz ist noch positiver als vermutet. Viele Menschen lächeln wohlwollend, teilweise kommen sie auf uns zu und finden unseren Einsatz sehr lobenswert. Auch gibt es immer wieder Interessierte Menschen, die gerne bei den OgR mitmachen möchten.Natürlich kommen gelegentlich Pöbler vorbei, aber diese Leute erinnern uns dann immer daran, weshalb wir dort stehen. Ein schöner Nebeneffekt besteht darin, dass die Omas während der Mahnwache Zeit zum Klönen haben und sich auch mal privat austauschen und besser kennenlernen können. Das schafft Zusammenhalt.
Ulrich H. Bei den beiden ersten Mahnwache /Kaffee war ich unsicher, was Passanten, Flugblätter und Oma Westen betraf. Es stellte sich heraus, dass es zum Teil positive Reaktionen, zum Teil Desinteresse, und auch negativeStimmen gab. Mit der Zeit und der Gewöhnung der Passanten an uns, wurden die positiven Reaktionen mehr. Ich möchte am liebsten kritische Fragen, von mir aus auch von Oma Gegnern haben. Mit Gepöbel und Drohungen kann ich umgehen, das sind geistig arme Mitmenschen. Am häufigsten waren einfach nur nach oben gestreckte Daumen und freundliches Lächeln
Christiane S. Zum Thema „Kaffee mit Oma“: ich hab bis jetzt erst eine pöbelige Erfahrung gemacht. Ansonsten macht es Spaß, die Menschen nett anzusprechen und meistens bekommen wir positive Reaktionen. Es hilft, den Leuten ein kleines Samentütchen in die Hand zu drücken für eine blühende Demokratie und dann kommt man manchmal ins Gespräch. Sehr erstaunlich finde ich, wie viele Leute uns unterstützen wollen, in dem sie etwas spenden. Manche machen einfach im Vorbeigehen den Daumen hoch und auch das motiviert uns. Insgesamt ein Format, dass nur Spaß und die OMAS sichtbar macht und mit wenig Aufwand verbunden ist, dadurch dass wir die Sachen im Heimathafen lagern können
Sabine Bo Beim „Kaffee mit OMA“ fällt mir die positive Resonanz auf. Manche, oft jüngere, kommen nur zur Spendendose um etwas zu geben und haben den Daumen oben.Manche sagen :“ macht weiter so“. Teilweise wurde unser Spendendöschen gut gefüllt. Mein Grundgefühl ist Zustimmung und dass man uns kennt. Manche kommen auf uns zu und möchten reden. Wir bieten dazu eine Gelegenheit. Ablehnung hab‘ ich selten bemerkt.
Manuela:Ich war am letzten Samstag seit langem mal wieder bei „Kaffee mit Oma“ dabei.Ich spreche gerne Menschen direkt an und erlebe dann sehr unterschiedliche Reaktionen. Letzten Samstag waren viele Leute mit Deutschland-Equipment (Blumenkette, Cappy,…) in der Stadt unterwegs, da in der Merkur Ostseehalle ein WM Dartsturnier statt fand.Zuerst sprach ich einen Mann an. Ich bot ihm Kaffee und Gespräch an, und er schien interessiert daran, wer die OMAS GEGEN RECHTS sind.
Als wir auf die Politik unserer aktuellen Regierung zu sprechen kamen, waren wir uns noch einig (nicht wirklich zufrieden). Doch dann kamen von dem Mann Äußerungen, die ich als eindeutig „rechts“ einordne. Es waren Sätze wie „es muss mal aufgeräumt werden, wir haben viel zu viele ILLEGALE Ausländer, deshalb steigt die Kriminalitätsrate…“. Auf meine Argumente, dass es nicht illegal sei Asyl zu beantragen, und dass die Kriminalitätsstatistik andere Aussagen geben, ging er nicht ein. Als dann seine Partnerin dazu kam, wurde es noch etwas krasser. Jedenfalls wurde ganz offen das „Remigrationskonzept“ befürwortet.
Dieses Gespräch hat mich sowohl wütend als auch traurig gemacht. Denn solche Aussagen höre ich seit ca. einem Jahr immer häufiger. Viele Leute sind nicht wirklich informiert, haben die „Ausländer“ für sich als Schuldige identifiziert. Wenn dann noch Aussagen dazu kommen, die 1:1 von der AfD stammen, dann sind diese Leute nicht mehr erreichbar…
Ich habe auch noch schöne Gespräche gehabt. Aber ein wie zuvor beschriebenes Gespräch findet immer häufiger statt. Und das macht mir Angst. Aber es treibt mich auch an, weiter das Gespräch zu suchen.
Gleich zu Beginn fiel die traditionelle Demonstration und Kundgebung zum 1. Mai in diesem Jahr ganz schön groß aus: Um die 3.500 Menschen starteten am Gewerkschaftshaus in der Kieler Legienstraße und zogen in einem beeindruckenden Zug über die Brunswiker Straße, vorbei am Bootshafen, zum Rathausplatz.
In der Legienstraße
Nicht nur der strahlende Sonnenschein lockte viele auf die Straße: Die Politik der CDU geführten Bundesregierung, geprägt von konservativem Kulturkampf, Entsolidarisierung, rückwärts gewandter Klimapolitik und dem Abbau von Arbeitnehmerrechten spielte eine große Rolle, was in den Redebeiträgen zu hören und den vielen Bannern und Schildern im Demonstrationszug zu lesen war.
Mit dabei: Viele OMAS GEGEN RECHTS – und auch solche, die es werden wollen.
Die erste Maiwoche steht ganz im Zeichen des Gedenkens an die Befreiung vom Faschismus. Die Kapitulation der deutschen Wehrmacht jährt sich zum 81. Mal, und das Erstarken faschistischer Kräfte macht aus dem Gedenken eine mehr als aktuelle Warnung;die Erinnerung zeigt uns mehr als deutlich, was geschehen kann, wenn sich die Menschen von der Unzufriedenheit des Augenblicks in den Abgrund des Faschismus reißen lassen.
Eine gute Kieler Tradition ist es, sich am 8. Mai an der Gedenkstätte „Arbeitserziehungslager Russee“ zu versammeln. Der Runde Tisch gegen Rassismus und Faschismus Kiel lädt in diesem Jahr zu einer gemeinsamen Radtour am Freitagnachmittag zur Gedenkstätte ein.
Am Abend gibt es in der Kulturstation Toweddern in Elmschenhagen um 19:00 die Gelegenheit, Isabel Martinez und Martin Quetsche bei der musikalischen Lesung „Weil wir dazu gehören“ zu lauschen. Isabel Martinez liest aus den Kindheits- und Jugenderinnerungen von sogenannten jüdischen „Kontingentsflüchtlingen“, begleitet von Martin Quetsche, der mit seinem Akkordeon jiddischen Lieder vorträgt. Wer im vergangenen November die Gelegenheit hatte, den beiden im Theater „Die Komödianten“ zuzuhören, wird sich daran erinnern, wie berührend diese Vorstellung war.
Das Demokratieprojekt Hassee bietet im Gemeindesaal der Michaeliskirche wieder Filme und Diskussionen an:
Am Sonntag, den 10. Mai wird es wieder bunt in Kiel: Der CSD e.V. lädt zum Dragwalk und zum Regenbogenpicknick an der Kiellinie ein. Alle Informationen dazu findet Ihr hier:
In Zeiten, in denen die Gleichwertigkeit der Geschlechter von Rechtspopulisten verneint wird und Gleichstellungspolitik von ihnen ersatzlos gestrichen werden soll, wollten wir OMAS GEGEN RECHTS, Kiel, sichtbar machen, was nicht verschwiegen werden darf: Jedes Jahr werden in Deutschland (und weltweit) Frauen getötet, weil sie Frauen sind. Immer wieder – jede ist eine zu viel! Das muss aufhören.
Dafür haben wir in der Ausstellung vom 9. – 14. Februar 2026 den aktuellen Stand zum Thema Femizide aufgezeigt.
Foto: Wolfgang Sauermann
Am Montagmorgen, den 9. Februar trafen wir uns um 9 Uhr mit familiärer Unterstützung beim Pop-up Pavillon.
Christoph und Carsten begannen sofort mit dem Aufhängen der von Monika zusammengenähten Stoffbahnen, auf denen wir auf einzelne Baumwollstücke die jeweiligen Femizide aus dem Jahr 2025 notiert hatten. Die Daten dafür kamen von der Website „One Billion Rising“.
Foto: Wolfgang Sauermann
Das Resultat war eindrucksvoll.
Isabel kreierte das Netz zum Thema: „Sprache verschleiert“. Diese Darstellung demonstrierte, wie die Presse einen Femizid verniedlichend beschreibt. Auch dies war sehr gelungen.
Foto: Wolfgang Sauermann
Zahlen-Daten-Fakten haben wir aus dem aktuellen Lagebericht des BKA (2024) sowie denen der Vorjahre. Zudem lieferten die Artikeln der prämierten Zeit-Journalistinnen sowie die Website der Terres des Femmes weitere Fakten. Den „Frauenhilferuf“ wollten wir allen mitgeben.
Eine OMA hatte sogar Unterstützung durch ihre Tochter, die extra aus Leipzig angereist war. Beide bestückten in mühevoller Kleinarbeit die Deutschlandkarte mit kleinen roten Nadeln, um die Menge der Femizide geografisch zuzuordnen. In der ausgelegten Ausgabe des „Stern“ vom 22.01.2026 waren die Orte sehr gut dargestellt.
Foto: Wolfgang Sauermann
Wir hatten mit Unterstützung vieler OMAS mehr als 100 Paar Damenschuhe gesammelt, welche Isabel zu Hause rot eingefärbt hatte, soweit diese nicht bereits vorher rot waren.
Diverse Einrichtungsgegenstände wurden uns u.a. von Ursula Sch. aus Molfsee zugeliefert und zu einem „Tatort“ zusammengestellt.
Um 15 Uhr waren alle Vorarbeiten zur Zufriedenheit erledigt und wir eröffneten den Pavillon. Bereits am ersten Tag kamen einige Besucher*innen in die Ausstellung.
Am Dienstag, den 10.02.2026 besuchte uns Kim, eine von fünf Sozialarbeiterinnen von cara*SH. Eine Organisation, welche bundesweit mit Sexarbeiter*innen arbeitet. Gewalt und Stigmatisierung sind in diesem Umfeld alltäglich. Umso wichtiger der niedrigschwellige Kontakt über deren Internetseite: http://www.cara.sh
Am Mittwoch, den 11.02.20226 gegen 16 Uhr besuchte uns Ministerin Aminata Touré (Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung) in Begleitung zweier Referentinnen. Wir führten sie durch die Ausstellung. Wir kamen gut ins Gespräch bezüglich der Situation rund um Frauenhausplätze und erhielten informative Antworten in Bezug auf die Zukunftsplanungen in SH: 200 neue Plätze werden bald geschaffen. Und neben den Hilfsangeboten für betroffene Frauen und Kinder rückt das Sozialministerium vor allem die Täterarbeit in den Fokus.
Foto: Fenja HardelFoto: Fenja Hardel
Am Donnerstag, den 12.02.2026 konnte Frau Prof*in Christiane Micus-Loos mit ihrem Vortrag „Femizide: sich überschneidende Perspektiven auf sexualisierte Gewalt“ punkten. Besonders beeindruckt hat uns Zuhörende die Beschreibung unterschiedlicher Perspektiven der Gewalt: Die weiße Frau ist Gewalt ausgesetzt, mehr Gewalt erfährt die behinderte weiße Frau, noch mehr Gewalt die farbige Frau und am meisten gefährdet ist die Frau, die nicht der sexuellen Norm entspricht.
Und diese Frauen müssen zudem noch bei der Hilfesuche mit entsprechend höherer Diskriminierung und noch mehr Vorurteilen rechnen.
Ein zugleich beeindruckender und bedrückender Vortrag, der nochmal deutlich gemacht hat, dass bei diesem Thema gehandelt werden muss.
Ministerin Finke kam ebenfalls am Donnerstag mit ihrem Referenten, Jürgen Herdes, vorbei. Beide haben mit großem Interesse unsere Ausstellungsobjekte betrachtet und waren überrascht, dass wir OMAS GEGEN RECHTS, Kiel, dies alles eigenständig auf die Beine gestellt haben.
Wir konnten einige wichtige Fragen platzieren.
Wir haben die Ministerin gebeten, sich für einen eigenen Straftatbestand Femizid und verpflichtende Fortbildungen zu diesem Thema in der Polizei und der Justiz einzusetzen. Die Ministerin hat erklärt, dass z.B. mit der Einführung eines landesweiten Hochrisikomanagements bei der Landespolizei Schleswig-Holstein und der elektronischen Fußfessel bereits wichtige Schritte umgesetzt wurden. Sie versicherte, dass der Schutz von Frauen vor Gewalt immer oberste Priorität haben wird.
Um 17 Uhr hielt die Rechts-Rechtsanwältin Melanie Schmidt-Brodersen einen Vortrag zum Thema „Rechtsberatungen bei häuslicher Gewalt und Einschätzung von Kindeswohlgefährdung.“ Abgesehen von den vielen neuen Informationen, die wir dabei erhielten, konnten einige Zuhörerinnen persönliche Fragestellungen platzieren und erhielten von der Familienrechtsanwältin nützliche Hinweise.
Am Freitag, den 13.02.2026, wurden wir durch den Besuch eines Wirtschaft/Politik-Kursus der Käthe-Kollwitz-Schule, Kiel, in Begleitung ihrer Lehrerin Frau Stolze überrascht. Wir konnten mittels eines interaktiven Workshops die sehr interessierten Schüler*innen durch die Ausstellung führen.
Ab 15 Uhr stand Lisa Weber von der Frauenberatungsstelle „Die Lerche“ Rede und Antwort für interessierte Besucher*innen.
Mailkontakt: beratungsstellelerche@frauenhaus-kiel.de
Am Samstag, den 14.02.2026 stellte Claudia Rabe die Arbeit von „Women*move“ vor. Eine private Initiative zur Verteidigung unserer Demokratie und errungener Frauenrechte. Mailkontakt: women-move@posteo.de
Ab 17 Uhr hatten wir zum Abschluss der Ausstellung „Femizide“ eine geschlossene Gesellschaft anlässlich der Lesung von Isabel Martinez aus dem Buch „Gestapelte Frauen“ von Patricia Melo. Isabel hat aufgrund ihrer beruflichen Expertise als Schauspielerin außerordentlich ausdrucksstark Ausschnitte aus dem Buch präsentiert.
Wir Zuhörer*innen waren ergriffen und erschüttert.
Ein großes Dankeschön an Isabel.
Foto: Wolfgang Sauermann
In den sechs Tagen der Ausstellung zählten wir insgesamt 234 Besucher*innen (davon ca. 25 % Männer), von denen uns einige Nachrichten im Gästebuch oder auf Kärtchen hinterließen.
Foto: Fenja Hardel
Wir bedanken uns bei Jonas Lasse Godau vom Kiel-Marketing für die gute Zusammenarbeit.
Wir bedanken uns bei all unseren Besucher*innen für das Interesse und die Gespräche zu diesem schweren Thema. Es muss immer wieder in die Öffentlichkeit getragen werden, um deutlich zu machen, dass weitere Schritte zwingend und schnell notwendig sind. Denn es sollte selbstverständlich sein, dass Frauen und Mädchen ein selbstbestimmtes und sicheres Leben in unserem Land führen können.
Verantwortlich für die Austellung der AG Feminismus der OgR, Kiel waren:
Antje H., Barbara F., Inga T. , Isabel M., Kerstin Sch., Monika R-S., Ursula Sch., Sabine K-S., Sabine Sch.