2025 – das Jahr der OMAS GEGEN RECHTS

Unsere Mit-OMA Hanne hat diesen Jahresrückblick für uns verfasst:

Liebe OMAS GEGEN RECHTS und die mitgemeinten OPAS,

das Jahr 2025 ist schon bald wieder zu Ende und wir nehmen uns die Zeit einen Blick zurückzuwerfen.

ALERTA, ALERTA, wir Omas sind härter!

Das wäre ein geeigneter Titel für den kurzen Jahresrückblick,der auch und (wieder einmal) Anlass bietet, allen auf die unterschiedlichste Weise aktiven OMAS GEGEN RECHTS für ihren Einsatz im Kampf gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus zu sagen: Danke! Ihr seid großartig! 107 OMAS (ein paar OPAS sind auch darunter) teilen unsere Signalgruppe, und 330 sind in unserer emailgruppe. Wir können stolz darauf sein – in unserer Facebook-Gruppe sind 302 Personen, wobei es da natürlich Doppelungen gibt.

Unsere Aktivitäten und Aktionen sind so vielfältig und zahlreich, dass es kaum möglich ist, sie alle an dieser Stelle aufzuzählen. Deshalb habe ich versucht, sie nach Inhalten zu sortieren und hoffe, dass ich nicht allzu viele übersehen habe. Falls das passiert sein sollte, bitte ich die Aktivistinnen um Entschuldigung.

Ein paar „große“ Themen haben uns in diesem Jahr beschäftigt und entlang dieser versuche ich die Vielfalt unserer Aktionen zu bündeln. „Groß“ deshalb, weil sie in der gesellschaftlichen Debatte sehr präsent waren und/oder uns als OMAS GEGEN RECHTS sehr beschäftigt haben.

Bundestagswahl

Das Jahr begann – wir erinnern uns – mit einem Paukenschlag: Die Regierung zurückgetreten, das Parlament aufgelöst und damit begann der Wahlkampf für die Bundestagswahl am 23.Februar.

Schon am 11. Januar fanden sich OMAS GEGEN RECHTS zu einem Workshop zusammen, um unsere Aktionen für den Wahlkampf vorzubereiten:

Infostände in Elmschenhagen, Mettenhof, Dietrichsdorf, am Exer, vorm Kieler Schauspielhaus und der Oper. Erstmals hatten OMAS einen Flashmob einstudiert, es wurde gesungen, Bodenteppiche mit Wünschen entwickelt, Give-aways produziert und verteilt, Bus-Flashmobs durchgeführt, eine Büchse der Pandora gebastelt … die Aufzählung kann nicht abschließend sein.

Die Aktionen fanden ihren Höhepunkt am 8.2. mit der Teilnahme an der bundesweiten OMA-Aktion unter dem Titel „SOS Demokratie“ auf der Kiellinie- unsere erste große eigenständige Aktion im Jahr 2025, die gute Resonanz fand.

 

Kam gut an: eine Installation der Klima AG
Ein strahlender Wintertag mit richtig vielen OMAS

Viele OMAS unterstützten in dieser Zeit weitere Aktionen und Demonstrationen gegen die AFD. Trotz allem war das Wahlergebnis ernüchternd: Mit 20,8% der Wähler*innenstimmen wurde die AFD wurde stärkste Oppositionsfraktion im Bundestag Für uns folgt daraus: Nicht aufgeben, Bemühungen verstärken!

AFD-Verbot, Aktionen und Kampagnen gegen die AFD

Es war kein guter Tag, als der sogenannte „Wanderwitz-Antrag“ im Bundestag scheiterte. Der Initiative des Abgeordneten Wanderwitz war es zu verdanken, das über die Fraktionsgrenzen hinweg versucht wurde eine Mehrheit für die Einleitung eines AFD-Verbotsverfahrens zu erreichen. Nach der Regierungsbildung verschwand der Antrag in der Versenkung. Die Kampagne AFD-Verbot jetzt zu unterstützen ist damit notwendiger denn je. Das haben wir getan.

Daran wollen wir stets erinnern.
Eindrucksvolle Choreo am 29.11.25

 

Am 29. November gründete die AFD ihre neue Jugendorganisation in Gießen. Um die Aktionen von Zehntausenden von Menschen zu unterstützen gab es von den Kieler Omas die Solidaritätsaktion „Bunte Welt gegen braunen Nachwuchs“, an der sich viele OMAS beteiligten und die auf große Resonanz stieß.

Der Mensch ist der Mittelpunkt der Demokratie. … Die AFD tastet die Würde des Menschen an. Deshalb gehört sie verboten“, sagte Michel Friedmann in einer Rede vor dem Lübcke-Denkmal in Berlin. Wir sagen: Die AFD gehört verboten – jetzt.

Auf keinen Fall wollen wir die Wahl des neuen Kieler Oberbürgermeisters vergessen: Die AfD hatte einen Kandidaten aufgestellt, und so mussten auch wir Stellung beziehen, was mit Aktionen und Kundgebungen getan haben.

Die OMAS in Aktion

Nie wieder ist jetzt

In diesem Jahr jährte sich die Befreiung von Auschwitz ebenso wie das Ende des Krieges und damit das Ende des Nationalsozialismus zum 80. Mal. 9000 Menschen, darunter natürlich auch OMAS beteiligten sich am 27.Januar an einer Menschenkette um die Kieler Oper.

Am 8. Mai waren wir am gemeinsamen Gedenken „Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg“ in Erinnerung an das Arbeitserziehungslager Nordmark beteiligt. Unsere Installation „Demokratie schützen“ wurde im Rahmen der Veranstaltungen gezeigt.

Und natürlich beteiligten wir uns im November an dem Bündnis „Kiel gegen Antisemitismus“. Neben der Mahnwache an Stolpersteinen, einer Führung zu Stolpersteinen in Düsternbrook gab es von den OMAS GEGEN RECHTS im Theater der Komödianten eine Lesung „Weil wir dazu gehören…“aus Kindheits- und Jugenderinnerungen von Juden und Jüdinnen, die in den 1990er Jahren nach Schleswig-Holstein gekommen waren. Eindrucksvoll machte unsere OMA GEGEN RECHTS Isabel zusammen mit dem Musiker Martin Quetsche deren Erinnerungen fühlbar.

Martin Quetsche und Isabel Martinez

Weiterentwicklung unserer Arbeit – Workshops und was daraus folgte

Am 25. März trafen sich über 30 OMAS zum Workshop „Heute und morgen wir behalten die Zuversicht. Was sind und was sollen unsere Arbeitsformate bleiben oder werden? Die Arbeitsgruppen stellten sich vor: AG Migration, AG Feminismus, AG Kommunikation, AG Kreativ, AG Omas und Jugend, AG Klima (ich hoffe ich habe keine vergessen.)

Sicherlich hat der Workshop dazu beigetragen, die Arbeit der Arbeitsgruppen zu intensivieren. Die Arbeitsgruppen organisierten und organisieren Aktionen zu ihren „Themenbereichen“, die allesamt auf unserer homepage in Wort und Bild dokumentiert sind.

Am 27. September Workshop Pass op: de OMAS GEGEN RECHTS sün doar! (Aufgepasst die OMAS GEGEN RECHTS sind da!) Wie gestalten wir unsere Auftritte in den nächsten Monaten?

Mahnwache – immer Dienstags vor dem Neuen Rathaus

Hier ging es darum, wie die Gruppe als politische Kraft, die sich für unsere Demokratie einsetzt, jenseits von Demonstrationen und Bündnissen präsent bleiben kann – auch im Hinblick auf die Landtagswahl 2027. Dass im Landtag Schleswig-Holsteins weiterhin keine Nazis sitzen solle, ist unser erklärtes Ziel, das wir mit wiederkehrenden Mahnwachen und der regelmäßigen Aktion „Auf einen Kaffee mit OMA“ erreichen wollen.

Kaffee mit OMA - eine Einladung zum Gespräch

Debattenkultur

Wir erleben wohl alle die herausforderndste Zeit unseres politischen Lebens mit dem Erstarken von Rechtspopulismus und Rechtsextremismus, den dramatischen politischen Veränderungen nicht nur in den USA, sondern auch in Europa und weltweit, dem Krieg in der Ukraine, dem Terroranschlag der Hamas und dem Krieg in Gaza. Daraus entwickelten sich selbstverständlich auch durchaus kontroverse Debatten, für die wir als OMAS GEGEN RECHTS eine Strategie entwickeln mussten. Es tut gut, dass wir am Ende dieses Jahres sagen können: auch diese Herausforderung haben wir gemeistert.

OMAS vor dem „Heimathafen“, der uns mit einer großzügigen Spende bedacht hatte.

Für die Diskussion solcher Fragen wie „Krieg und Frieden“ oder „Gaza“ organisierten OMAS GEGEN RECHTS Themenabende, um unser gemeinsames öffentliches Auftreten dazu zu entwickeln.

Die Themenabende „Die OMAS und ich“ machten uns deutlich, dass eine unsere Stärken in unserer Vielfalt besteht. Sie zeigten auch, welche Fragen wir noch miteinander klären müssen, um diese unsere Stärken in Zukunft noch besser zu nutzen.

Vernetzung

Und das führt zum letzten „großen Thema“, der Vernetzung vieler, unterschiedlicher, im Ziel aber vereinter OMAS GEGEN RECHTS Gruppen. Wir haben uns in konkreten Aktionen landesweit und bundesweit im Rahmen unserer Möglichkeiten vernetzt; bei vielen Aktionen konnten wir durch unsere Präsenz unterstützen – Fridays For Future, der CSD oder die Seebrücke, um nur einige zu nennen, können traditionell auf unsere Unterstützung zählen. OMAS waren bei den beiden Nordtreffen in Heideruh, manche sind am Aufbau neuer Gruppen – gerade im ländlichen Raum – aktiv und beteiligt und das Projekt landesweite Vernetzung zur Vorbereitung der Landtagswahlen ist im Aufbau begriffen.

Auch Nikolaus ist gegen Rechts!

Soziales

Wie immer um die Weihnachtszeit, unterstützen die OMAS GEGEN RECHTS ein Sozialprojekt. In diesem Jahr war es das Kieler Frauenhaus, das sich über eine Spende von 1.000 € und noch ein paar von Marion S. gepackte Wichtelpakete freuen konnte. 

 

Februar

Klima Demo Exer, Omas mit Gesang

Am 29. Februar trafen sich viele OMAS zu einem gemeinsamen Spaziergang mit Kaffeetrinken – Kräftesammeln nach anstrengenden Wochen.

Vor dem Spaziergang am Nordostseekanal

Gedenken an Hanau

März

Frauendemo zum internationalen Frauentag

Aktion im Kulturforum zum Internationalen Frauentag

 

April

Demos gegen rechte Sternmärsche in FL und Bad Schwartau

ANNA Fotoprojekt

Teilnahme von OMAS am Generationen-Dialog

Teilnahme am Demokratie Werk

Mai

Teilnahme an Workshops: Aufstehen gegen rechte Parolen

Juni

Teilnahme der OMAS GEGEN RECHTS auf der Kieler Woche bei „Nette Kieler“ Stand

Muddi Markt

Projektwoche jüdisches Leben an der Hammer Grundschule mit OMAS gegen Rechts

Besuche der ANNAS

Juli

Teilnahme am CSD

Gemeinsamer Spaziergang und Forstbaumschule

September

Brunnenfest in Gaarden

Klima-Streik

Erste unserer wöchentlichen Mahnwachen

Oktober

Lange Nacht der Demokratie, Schirminstallation

November

Auf einen Kaffee mit OMA – von nun an alle 2 Wochen

Sammeln für die Unterstützung des Frauenhauses

Dezember

Letzter OMA Treff des Jahres mit Keksen und Punsch

  • Und sonst noch so?
  • Frauenfrühstück der AG Migration
  • Aktion der AG zu ausländerfeindlichen Sprüchen, viele, regelmäßige Infostände der Klima-AG
  • Kino-Besuche in der Trauma mit anschießendem Beisammensitzen
  • Die AG-Kreativ übt regelmäßig einmal im Monat – vor dem OMA-Treff – Flashmob, Singen ….

Bei der Fülle unserer Aktionen fehlt bestimmt das eine oder andere Highlight –aber 2026 wird neue bringen.

 

Ein Jahr voll von Aktivitäten geht zu Ende – wir Kieler OMAS GEGEN RECHTS sind eine große, aktive und stabile Gruppe geworden. Gemeinsam werden wir weiter für unsere Demokratie kämpfen – gemeinsam bleiben wir zuversichtlich.

 

 

Ihr Kinderlein kommet?

Seit Oktober ist in Kiel Dienstags immer von 16:00 bis 18:00 Uhr Mahnwache. OMAS aus den verschiedenen Arbeitsgruppen stehen dann am Heinrich-Ehmsen-Platz am Eingang des neuen Rathauses.

An diesem Dienstag war es die AG Migration, welche die Mahnwache gestaltet hatte.

Die Stadt bunt erleuchtet, Weihnachtsmusik, die Menschen in Hektik – es bleibt wenig Raum für Besinnung. Für die AG Migration eine Gelegenheit, insbesondere an das Schicksal von Kindern zu erinnern, die überall auf der Welt in Kriegs- und Krisengebieten Gewalt ausgesetzt sind, hungern, keine medizinische Versorgung bekommen.

 

Ihr Kinderlein kommet – ein ernster, zutiefst menschlicher Wunsch, der weit über den sentimentalen Kitsch der „deutschen Weihnacht“ hinausgeht – und des Titels des Weihnachtsliedes, das die AG für die Mahnwache umgedichtet hat.

Für eine bunte Welt

So langsam wird es ungemütlich – die AfD, die schon längst hätte verboten werden müssen, gründet in Gießen eine neue Jugendorganisation, an der nur der Name neu ist. Alles, was sich vorher in der Jungen Alternative getummelt hat, sitzt auch jetzt wieder auf dem Podium.

Die Polizei reagiert in Gießen mit exzessiver Gewalt, dem Fraktionsvorsitzenden der Union fällt nichts besseres ein, als die friedlich Demonstrierenden als „linken Mob“ zu diffamieren, und der andere Teil der Regierung schaut dem Trauerspiel mit dröhnendem Schweigen zu.

Wie viele andere OMA Gruppen auch, brachten am Samstag, dem 29.11.25 die Kieler OMAS GEGEN RECHTS ihren Protest laut und bunt auf die Straße.

Mehr als 20 OMAS hatten sich am Kieler Dreiecksplatz versammelt, um unter dem Motto Bunte Welt statt brauner Nachwuchs mit einer tollen Choreographie und OMA-Liedern auf die Gefahren aufmerksam zu machen, die von der neuen faschistischen AfD-Jugend ausgehen.

 

Der gemütliche Kaffetisch, Naschkram unter dem Motto „Marzipan statt Naziwahn“ und gehäkelte Glückswürmchen animierten viele Menschen, einen Moment zu verweilen, während viele andere in vorweihnachtlicher Hektik vorüber eilten – meist jedoch mindestens mit einem „Däumchen hoch“, einem Lächeln und ein paar ermunternden Worten.

Auch der Nikolaus zeigt sich solidarisch.

Hanne und Marion machten in ihren Reden deutlich, wie sehr die Nachwuchsorganisation der AfD in der rechtsextremistischen Szene verankert ist, wie stark die Verbindungen zu Gruppierungen wie der Identitären Bewegung sind, und wie gefährlich deshalb die „Generation Deutschland“ als Kaderschmiede einer ohnehin schon rechtsradikalen Partei ist.

 

Marions Rede:

Bunte Welt statt brauner Nachwuchs – so lautet das Motto unserer heutigen Protestveranstaltung.

Heute in Gießen will die AfD ihre Jugendorganisation gründen. Zu dieser Stunde sind in Gießen Zehntausende auf der Straße, um friedlich gegen diese Neugründung zu protestieren, und viele OMAS GEGEN RECHTS aus dem ganzen Bundesgebiet werden dabei sein.

Dass es überhaupt zu dieser Neugründung kommen kann, zeigt das klägliche Versagen, der viel beschworenen politischen „Mitte“, wenn es darum geht, die Demokratie und ihre Werte konsequent zu schützen.

Demonstrationen von Hunderttausenden, unzählige Petitionen, Bürgerinitiativen zum Verbot bis hin zur Initiative „Prüf“, die im vergangenen Monat aktiv wurden – weder Bundesrat, noch Bundestag und schon gar nicht die Bundesregierung haben sich entschließen können, endlich ein Verbot der AFD durch das Bundesverfassungsgericht prüfen zu lassen.

Anfang des Jahres stnd die „Junge Alternative“ kurz davor, wegen erwiesenen Rechtsextremismus verboten zu werden, deshalb wurde sie eilig aufgelöst, um sie aus dem Fokus zu nehmen.

Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass die neue AFD Jugend weniger extremistisch und weniger radikal sein wird. Der designierte Vorsitzende, Jean-Pascal Hohm, wird vom Verfassungsschutz als „im Rechtsextremismus sozialisiert“ und in der „rechtsextremen Subkultur bestens vernetzt“ beschrieben.

Der Hauptunterschied dürfte sein, dass die Mutterpartei nun intensiver mit ihrem Nachwuchs verzahnt ist. Wer in der neuen Organisation mit dem völkisch anmaßenden Namen „Generation Deutschland“ ist, muss Mitglied der AfD sein. Die Führung der AfD erhofft sich so, zum einen, allzu krawalliges Auftreten der Jungen unterbinden zu können. Vor allem aber wird die Jugendorganisation Kaderschmiede sein: Personen, die mit rechtsextremen Vorfeldgruppierungen wie der Identitären Bewegung bestens vernetzt sind, werden unweigerlich in die Führungsriege der Mutterpartei aufrücken.

So ist es sichergestellt, dass rassistische Überzeugungen, ein völkisch-nationalistisches Weltbild und das Ausgrenzen von Minderheiten in der „Altpartei“ stets durch jüngere Vertreter lebendig und wirksam bleiben.

Das Personaltableau des neu zu wählenden Vorstands lässt Schlimmes erahnen: Die designierten Vorstandsposten werden allesamt von ehemaligen Junge Alternative Kreis- und Landesvorsitzenden besetzt: Hohm aus Brandenburg, Maxhuni aus Niedersachsen, Behr aus Rheinland-Pfalz, Heinz aus Nordrhein-Westfalen. Es sind Extremisten dabei, zum Teil mit NPD Vergangenheit, Burschenschafter.

Gegendert habe ich übrigens mit voller Absicht nicht: Neben dem ganzen Pandämonium, das ich hier als Kandidaten aufgezählt habe, gibt es nur eine einzige Frau, eine Reinhild Goes, die sich um einen Vorstandsposten bewirbt. Die „Generation Deutschland“ wird ein Männerbund sein. Für die Interessen und Rechte von Frauen ist also ebenfalls kein übermäßiges Engagement zu erwarten.

Wir brauchen keine neue faschistische Jugendorganisation

Wir brauchen auch keine Parteien der bürgerlichen Mitte -allen voran die Unionsparteien – die sich in Inhalt und Sprache immer näher an die Rechtsextremen heranwanzen.

Wir brauchen Demokratinnen und Demokraten, die sich in ihrem Handeln und in ihrem Sprechen deutlich und klar von den faschistischen, menschenverachtenden Positionen der AfD und ihrem braunen Nachwuchs abheben.

Wi brauchen eine sichere Zukunft in einer freiheitlichen, sozial gerechten Gesellschaft. Eine Zukunft, in der Rassismus, Ausgrenzung und Hass keinen Platz haben. Dafür stehen wir heute hier!

Danke, dass Ihr hier seid und danke für Eure Aufmerksamkeit!

Hannes Rede:

Solidarität mit den Aktionen gegen die Gründung der AFD-Jugendorganisation.

Seit heute Morgen demonstrieren Zehntausende von Menschen gegen die Gründung einer neuen Jugendorganisation der AFD in Gießen. Um 6:32 Uhr war im Liveticker der tagesschau zu lesen: „Massive Verkehrsbehinderungen auf dem Gießener Autobahnring, die Polizei kontrolliert die Zufahrten zur Weststadt, die Lahnbrücken sind nicht befahrbar. Erste Züge von Demonstranten sind unterwegs.“ Die Bahn warnt vor Verspätungen in der Region.

Zehntausende von Menschen, moblilisiert von über 30 Organisationen aus dem gesamten Bundesgebiet beteiligen sich han den Aktionen gegen die Neugründung der Jugendorganisation der AFD.

Ein Blick auf die Fakten zeigt warum das richtig und notwendig ist. Anfang des Jahres löste sich der Verein „Junge Alternative“, die de Jugendorganisation der AFD auf, um einem Vereinsverbot wegen gesichertem Rechtsextremismus zuvorzukommen.

Heute soll die Jugendorganisation als Teil der AFD neu gegründet und so enger an die „Mutterpartei“ angebunden werden. Vermutlich mit dem Namen „Generation Deutschland“. Ein bisschen mehr Kontrolle der Krawalljugend ist von der Parteiführung gewünscht. Aber die Anbindung an das gesamte rechtsextremistische Vorfeld wie z.B. die „Identitäre Bewegung“ soll erhalten und genutzt bleiben.

Das beweist ein Blick auf das Personaltableau. Der designierte Vorsitzende Hohm (der eine beachtliche rechte Karriere hinter sich hat) erklärte gegenüber der Presse, Deutschland müsse „als Land der Deutschen erhalten bleiben“, das „Vaterland vor dem Untergang bewahrt werden“. Denn, so Hohm „Wer also das Staatsvolk sukzessive durch Einbürgerung ersetzt, verändert Deutschland nicht, sondern schafft es ab.“

Dass nur eine Frau für den Vorstand kandidieren wird – geschenkt. Es wird ein Männerbund, bestens vernetzt mit Farben tragenden, schlagenden, rechtsextremen Burschenschaften.

Aus Schleswig-Holstein kandidiert Kevin Dorow für den Vorstand, Kreistagsabgeordneter in Rendsburg-Eckernförde. Er ist Mitglied der Hamburger Burschenschaft Germania. Die wirbt auf Facebook mit „Männer – Studenten – Germanen – Werde wie wir!“

Alice Weidel, Tino Chrupalla und Alexander Gauland auch der Faschist Höcke machen den jungen Rechten ihre Aufwartung.

Zudem wird der AFD-Jugend das große Angebot rechter Infokanäle präsentiert. 26 Infostände deutscher und europäischer rechtsextremer Vereine, Verlage, Organisationen werden vor Ort sein. Vom Anbieter für rechte Aufkleber bis Nius ist alles vertreten.

Ich habe mir zugemutet einen Artikel zum Event im aktuellen „Deutschland-Kurier,“ zu lesen. Das ist eine Online-Zeitung mit dem Untertitel „Heimat, Identität, Freiheit“, Sie fasst Gründe und Ziele der Neugründung der Jugendorganisation zusammen:

Der designierte Vorsitzende habe das erklärte Ziel „frühere Gräben zwischen Jugendverband und Mutterpartei zu überwinden.“ Sein Ziel sei es einen Beitrag zur Professionalisierung der AFD zu leisten und er sähe den neugegründeten Jugendverband nicht zuletzt als Kaderschmiede für die AFD. Überdies sei natürlich ein Teil einer Parteiorganisation weniger leicht zu verbieten als ein Verein.

Es ist also kein Skandal, dass Zehntausende gegen diese Neugründung auf der Straße sind. Der Skandal besteht darin, dass die Parteien der demokratischen Mitte, dass die Bundessregierung, der Bundesrat und der Bundestag sich nicht entschließen konnten, können und wollen, dem verfassungsfeindlichen Treiben der AFD ein Ende zu setzen – ganz einfach, indem sie das Bundesverfassungsgericht ein Verbot der AFD prüfen lassen.

Stattdessen erleben wir immer wieder Annäherungen an inhaltliche Positionen der AFD, erleben wir wie Teile dieser Parteien – vor allem der CDU – die AFD endlich als „ganz normale“Partei behandeln wollen und sich ihren Positionen annähern.

Wir OMAS GEGEN RECHTS sagen: Nein, unsere Demokratie braucht keine Normalisierung einer rechtsextremistischen Partei und ihrer Jugendorganisation – unsere Gesellschaft braucht eine Politik von Demokraten und Demokratinnen, die sich klar von den Positionen der AFD abhebt.

Wir OMAS GEGEN RECHTS wünschen und fordern eine freiheitliche, sozial gerechte Gesellschaft, eine Gesellschaft, die Menschen nicht ausgrenzt. Wir brauchen eine Gesellschaft ohne Rassismus, Ausgrenzung und Hass.

Faschismus ist keine Meinung! Faschismus ist ein Verbrechen!

AFD-Verbot – jetzt!