OMAS im Kieler Stadtbild

Seit ein paar Monaten schon sind die Kieler OMAS im Stadtbild präsent: Jeden Dienstag steht eine Mahnwache vor dem neuen Rathaus; die beiden Arbeitsgruppen Klimapolitik und Migration wechseln sich ab. Für Passantinnen und Passanten dürften Sie schon bald ein vertrauter Anblick sein.

Samstags findet man die OMAS am Asmus-Bremer-Platz, wo sie zu „Kaffee mit OMA“ und Gesprächen einladen.

Wie ist für die, die mitmachen? Wir haben ein paar Eindrücke und Erlebnisse gesammelt:

Ute P. Die Resonanz ist noch positiver als vermutet. Viele Menschen lächeln wohlwollend, teilweise kommen sie auf uns zu und finden unseren Einsatz sehr lobenswert. Auch gibt es immer wieder Interessierte Menschen, die gerne bei den OgR mitmachen möchten.Natürlich kommen gelegentlich Pöbler vorbei, aber diese Leute erinnern uns dann immer daran, weshalb wir dort stehen. Ein schöner Nebeneffekt besteht darin, dass die Omas während der Mahnwache Zeit zum Klönen haben und sich auch mal privat austauschen und besser kennenlernen können. Das schafft Zusammenhalt.

Ulrich H. Bei den beiden ersten Mahnwache /Kaffee war ich unsicher, was Passanten, Flugblätter und Oma Westen betraf. Es stellte sich heraus, dass es zum Teil positive Reaktionen, zum Teil Desinteresse, und auch negativeStimmen gab. Mit der Zeit und der Gewöhnung der Passanten an uns, wurden die positiven Reaktionen mehr. Ich möchte am liebsten kritische Fragen, von mir aus auch von Oma Gegnern haben. Mit Gepöbel und Drohungen kann ich umgehen, das sind geistig arme Mitmenschen. Am häufigsten waren einfach nur nach oben gestreckte Daumen und freundliches Lächeln

Christiane S. Zum Thema „Kaffee mit Oma“: ich hab bis jetzt erst eine pöbelige Erfahrung gemacht. Ansonsten macht es Spaß, die Menschen nett anzusprechen und meistens bekommen wir positive Reaktionen. Es hilft, den Leuten ein kleines Samentütchen in die Hand zu drücken für eine blühende Demokratie und dann kommt man manchmal ins Gespräch. Sehr erstaunlich finde ich, wie viele Leute uns unterstützen wollen, in dem sie etwas spenden. Manche machen einfach im Vorbeigehen den Daumen hoch und auch das motiviert uns. Insgesamt ein Format, dass nur Spaß und die OMAS sichtbar macht und mit wenig Aufwand verbunden ist, dadurch dass wir die Sachen im Heimathafen lagern können

Sabine Bo Beim „Kaffee mit OMA“ fällt mir die positive Resonanz auf. Manche, oft jüngere, kommen nur zur Spendendose um etwas zu geben und haben den Daumen oben.Manche sagen :“ macht weiter so“. Teilweise wurde unser Spendendöschen gut gefüllt. Mein Grundgefühl ist Zustimmung und dass man uns kennt. Manche kommen auf uns zu und möchten reden. Wir bieten dazu eine Gelegenheit. Ablehnung hab‘ ich selten bemerkt.

 

Manuela:Ich war am letzten Samstag seit langem mal wieder bei „Kaffee mit Oma“ dabei.Ich spreche gerne Menschen direkt an und erlebe dann sehr unterschiedliche Reaktionen. Letzten Samstag waren viele Leute mit Deutschland-Equipment (Blumenkette, Cappy,…) in der Stadt unterwegs, da in der Merkur Ostseehalle ein WM Dartsturnier statt fand.Zuerst sprach ich einen Mann an. Ich bot ihm Kaffee und Gespräch an, und er schien interessiert daran, wer die OMAS GEGEN RECHTS sind. 

Als wir auf die Politik unserer aktuellen Regierung zu sprechen kamen, waren wir uns noch einig (nicht wirklich zufrieden). Doch dann kamen von dem Mann Äußerungen, die ich als eindeutig „rechts“ einordne. Es waren Sätze wie „es muss mal aufgeräumt werden, wir haben viel zu viele ILLEGALE Ausländer, deshalb steigt die Kriminalitätsrate…“. Auf meine Argumente, dass es nicht illegal sei Asyl zu beantragen, und dass die Kriminalitätsstatistik andere Aussagen geben, ging er nicht ein. Als dann seine Partnerin dazu kam, wurde es noch etwas krasser. Jedenfalls wurde ganz offen das „Remigrationskonzept“ befürwortet.

Dieses Gespräch hat mich sowohl wütend als auch traurig gemacht. Denn solche Aussagen höre ich seit ca. einem Jahr immer häufiger. Viele Leute sind nicht wirklich informiert, haben die „Ausländer“ für sich als Schuldige identifiziert. Wenn dann noch Aussagen dazu kommen, die 1:1 von der AfD stammen, dann sind diese Leute nicht mehr erreichbar…

Ich habe auch noch schöne Gespräche gehabt. Aber ein wie zuvor beschriebenes Gespräch findet immer häufiger statt. Und das macht mir Angst. Aber es treibt mich auch an, weiter das Gespräch zu suchen.

Resolution zu Palästina

Wohl keinen fühlenden Menschen lässt der stetig eskalierende Krieg im Gazastreifen gleichgültig.
So sind sich auch die Kieler OMAS GEGEN RECHTS einig in ihrem Entsetzen und ihrer Trauer über das unsägliche Leid der Menschen in Gaza und über das der Menschen in Israel, die ihre Liebsten noch immer in den Händen der Hamas wissen.
Für viele der Kieler OMAS war es ein tiefes Bedürfnis, zu dem Krieg in Gaza eine öffentliche Stellungnahme abzugeben.

Wir wollen jedoch nicht verhehlen, dass sich auch etliche andere von uns – aus verschiedenen ebenso guten Gründen – gegen eine öffentliche Stellungnahme ausgesprochen haben.

Auf dem OMA Treff am 18.09.25 wurde über die Veröffentlichung diskutiert; im Ergebnis wurde als Kompromiss vereinbart,  den folgenden Text zu veröffentlichen und dabei gleichzeitig auf die vorhandenen Gegenstimmen hinzuweisen:.

Wir verurteilen jede Form des Antisemitismus

Wir verurteilen jede Form des Rassismus

Wir verurteilen den Terror der Hamas, insbesondere den Anschlag am 7.Oktober 2023 auf das Schärfste.

Wir fordern die unverzügliche Freilassung aller noch gefangen gehaltenen Geiseln.

Wir bekennen uns zum Existenzrecht Israels.

Auch die Palästinenser haben das Recht in Frieden und Freiheit in ihrer Heimat zu leben.

Menschenwürde, Gerechtigkeit und Solidarität sind der Kern unseres politischen Handelns. Deshalb können wir zu dem unsäglichen Leid der Menschen in Gaza nicht schweigen. Unter der rechtsextremen Regierung Netanjahus werden in Gaza unfassbare Verbrechen der Menschlichkeit verübt. Zerstörung, Gewalt, Hunger und Vertreibung machen das Leben der Palästinenser zur Hölle auf Erden. Zusammengepfercht auf nur noch 12 Prozent des Gazastreifens gibt es für sie keinen sicheren Ort mehr. Es fehlt an allem: Nahrung, Wasser, medizinische Hilfsmittel, Babynahrung, Hygieneartikel….

Im Angesicht von Kriegsverbrechen, Verstößen gegen das Völkerrecht und die Menschenwürde wollen wir nicht untätig zuschauen. Wie sollten wir sonst glaubwürdig ein „Nie wieder“ vertreten?

Wir schließen uns den Forderungen von über hundert internationalen Hilfsorganisationen,

vieler Regierungen weltweit und hunderttausender demonstrierender Menschen in Israel und überall auf der Welt an:

Sofortige und unbegrenzte Waffenruhe

Sofortige Öffnung aller Grenzübergänge für humanitäre Hilfsgüter

Stopp aller Waffenlieferungen an die israelische Regierung

Stopp des Landraubs und der Gewalt im Westjordanland.

Freundschaft zu Israel bedeutet auch, auf eine friedliche Zukunft aller Menschen im Nahen

Osten hinzuarbeiten.