Die Hauptstadt – immer eine Reise wert

Ein Bericht von OMA Stefanie  – vielen Dank auch an OMA Manuela !

Auf Einladung der Grünen-Bundestagsabgeordneten Luise Amtsberg waren einige der Kieler OMAS GEGEN RECHTS vom 7. bis 9. November ’24 auf eine politische Bildungsreise nach Berlin; veranstaltet und organisiert wurde die Fahrt vom Bundespresseamt (BPA) und dem Wahlkreisbüro von Frau Amtsberg. So wurde uns ab Kiel mit Noah Dico ein Begleiter zur Seite gestellt, in Berlin kam noch Markus dazu, ein Mitarbeiter des BPA als lokaler Guide. Martin sprudelte nur so vor Wissen und war nur schwer zu bremsen, uns alle möglichen Informationen zu vermitteln.

 

Unser erster Termin am Donnerstag im Bundesministerium für Gesundheit hatte das Gesundheitswesen der Bundesrepublik zum Thema. Wie kompliziert die Zusammenhänge und die Arbeitsweisen der Gesundheitsämter sind, wurde durch den Vortrag der Referentin sehr deutlich.

Danach stand der Besuch des Jüdischen Museums auf dem Plan: schon durch seine Architektur und erst recht durch seine Ausstellung ein zutiefst nachdenklich und demütig machendes Erlebnis. Mit einem gemeinsamen Abendessen im Hotel ging der erste Tag dazu Ende.

Im Jüdischen Museum: Erlasse der Reichsregierung mit nur einem Zweck: Jüdische Mitmenschen schikanieren
Garten des Exils im Jüdischen Museum, Berlin

Erster Programmpunkt am Freitag war das Treffen mit Luise Amtsberg im Bundestag. Beim Sicherheitscheck am Eingang gab es einen kleinen Schreck: Unsere Besuchergruppe war nicht auf der Liste zu finden, und wir mussten eine Weile warten, bis das Missverständnis aufgeklärt war; bei der Übermittlung war für unsere Gruppe eine falsche Uhrzeit eingetragen worden. . Letztlich durften wir dann doch vollständig und mit OMA Button hinein. Nach dem sehr interessanten Gespräch mit Luise Amtsberg, das natürlich vom tagesaktuellen Geschehen geprägt war, konnten wir sogar noch für eine halbe Stunde auf die Besuchertribüne und die Debatte zu Neuwahlen live beobachten. Die Disziplin der Abgeordneten im Saal ließ teilweise allerdings zu wünschen übrig. Und live ist die AfD noch schrecklicher als im Fernsehen.

Blick von der Besuchertribüne ins Plenum des Bundestags

Dann ging es auch schon weiter zum Mittagessen am Bahnhof Friedrichstraße. Anschließend wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt und durften unter kundiger Führung die Hauptstadt erkunden.

Trotz ungemütlicher Temperaturen hielten wir durch, erfuhren viel Neues und gelangten schließlich zu unserer letzten Station: Der Ausstellung „Topographie des Terrors“. Auf dem ehemaligen Gelände des“Reichssicherheitshauptamts“ zeigt die Ausstellung die Geschichte der staatlichen Sicherheitsorgane wie Gestapo und SS von den Anfängen bis zur Nachkriegszeit. Viele Zeitdokumente und Fotos machen auch diese Ausstellung sehr eindringlich. Besonders aufwühlend, dass viele Parolen sich heute im Vokabular der Rechten wiederfinden lassen. Diese Ausstellung ist jedem ans Herz zu legen, auch wenn sie einen mit einem Kloß im Hals wieder entlässt. Diese Eindrücke wirken noch lange nach!

Ein perfides Beispiel für die judenfeindlichen Repressalien aus unserer Stadt


Am Abreisetag war eigentlich noch ein Besuch in der Bernauer Straße in der dortigen Gedenkstätte geplant; wegen des offiziellen Staatsaktes zum 35. Jahrestag mussten wir uns jedoch damit begnügen statt der Gedenkstätte den Bundespräsidenten aus der Ferne zu sehen.

Ein Teil der Berliner Mauer; davor Namen und Bilder der Menschen, die bei ihren Fluchtversuchen ums Leben gekommen sind.


Ein letztes Mittagessen in Berlin war der Abschluss einer mental anstrengenden Reise mit vielen nachdenklichen Momenten, viel Information aber auch mit Vergnügen. Ein großer Dank nochmal an unseren Busfahrer Emre, an unsere Begleiter Noah und Markus und alle, die unsere Reise zu einem Erfolg gemacht haben.

Ein Gedanke von OMA Manuela

 

OMAS und OPAS aus Kiel vor ihrem Berlin Bus

 

Online Vorträge zu Afghanistan

Der Flüchtligsrat Schleswig-Holstein, Flüchtlingsrat Berlin und der Afghanische Stammtisch S-H veranstalten gemeinsam eine dreiteilige Online-Veranstaltung rund um das Thema Afghanistan.

Frauen in Afghanistan: Unsichtbar und rechtlos?
07.11.2024 18-20 Uhr Online
Seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 erlebt Afghanistan eine dramatische gesellschaftliche und politische Wende. Besonders Frauen, Mädchen und die LGBTG Community sind von den Maßnahmen betroffen, die ihre grundlegenden Rechte und Freiheiten einschränken. Mädchen dürfen nicht mehr die Schule besuchen und Frauen dürfen nicht mehr arbeiten, selbst die weibliche Stimme darf in der Öffentlichkeit nicht mehr gehört werden. Auch vor körperlicher Gewalt machen die Taliban keinen Halt: bereits mehrfach wurden Menschen wegen Homosexualität ausgepeitscht. Doch was bedeuten diese Verbote für Frauen in ihrem Alltag? Wie bestreiten sie ihren Lebensunterhalt? Wie sieht der Alltag für afghanische Frauen unter der Gender-Apartheid aus? Gibt es in Afghanistan noch Protestbewegungen und was wünschen sich afghanische Frauen von der Weltöffentlichkeit?
Referentinnen: Shikiba Babori (Buchautorin und Journalistin) und Farangis Sawgand (Frauenaktivistin und ehemalige Abgeordnete in Afghanistan)
Anmeldung unter https://eveeno.com/104150064

Abschiebungen: Kooperation mit den Taliban?
21.11. 2024 18-20 Uhr Online
Am 30.08.2024 erfolgte zum ersten Mal seit der Machtübernahme der Taliban ein Abschiebeflug aus Deutschland nach Afghanistan. Seitdem wird in Deutschland eine hitzige Debatte über Abschiebungen geführt. Diese Veranstaltung widmet sich der komplexen Thematik der Abschiebung nach Afghanistan und der aktuellen indirekten Kontaktaufnahme mit den Taliban. Da es sich um Straftäter handelte, blieb der Aufschrei in der Mehrheitsgesellschaft in Deutschland aus. Doch Menschenrechtsorganisationen und Afghan*innen sind in Sorge, dass die durchgeführte Abschiebung der Anfang einer Anerkennung des Taliban-Regimes bedeuten könnte. Die Taliban halten sich nicht an völkerrechtliche Verpflichtungen. Dennoch haben sie ein Interesse daran, ihren Status in der internationalen Gemeinschaft zu normalisieren und anerkannt zu werden. Hieran darf sich Deutschland nicht beteiligen.
Referenten: Dr. Alema Alema (Pro Asyl und ehemalige stellvertretende Friedensministerin in Afghanistan)
Anmeldung unter https://eveeno.com/291710128

Deutschlands Verantwortung: Anspruch und Realität
05.12. 2024 18-20 Uhr Online
Von 2001 bis 2021 war die Bundeswehr am Einsatz in Afghanistan beteiligt. Sie verließ bei der Übernahme der Taliban überstürzt das Land. Die Situation von Ortskräften in Afghanistan ist seit der Machtübernahme der Taliban dramatisch angespannt. Viele, die während des Einsatzes internationaler Truppen für die Bundeswehr oder andere westliche Organisationen gearbeitet haben, sind nun Ziel von Repressalien und Gewalt, weil sie als Verbündete des Westens wahrgenommen werden. Das Bundesaufnahmeprogramms für besonders gefährdete Afghan*innen stagniert derweil. Statt der versprochenen 1000 Menschen pro Monat sind gerade einmal 533 Personen über das Bundes-aufnahmeprogramm eingereist (Stand Juli 2024). Der Haushaltsentwurf des Bundes für 2025 sieht zusätzlich eine 90%ige Kürzung des Programms vor.
Referenten: Nicolas Chevreux (AWO), NN Patenschaftsnetzwerk Ortskräfte
Anmeldung unter https://eveeno.com/350406086

Information: Lara Massó und Muathe Abdu, Projekt Schleswig-Holstein Ahoi!, sh-ahoi[at]frsh.de

Veranstaltende: Projekt Schleswig-Holstein Ahoi! beim Flüchtlingsrat SH, Afghanischer Stammtisch SH, Flüchtlingsrat Berlin

Preetzer OMAS für AfD Verbot

Eine Stellungnahme von Liane Junge aus Preetz

Auch wenn wir, wie der Wind bei uns im Norden, durchaus auch ein wenig schwanken, so haben wir uns doch entschlossen die Kampagne AFD-Verbot JETZT zu unterstützen.

Uns treibt das Gefühl an, einfach nichts zu versäumen, was in dieser Situation getan werden kann, auch wenn es eine höchst repressive Maßnahme ist. Dabei ist uns vor allem wichtig, den politischen Diskurs in unserer Gesellschaft voranzubringen, wachzurütteln und erneut zu entfachen. Medien, etablierte Parteien und viele andere agieren aus unserer Sicht nicht nur viel zu lasch, sondern betätigen sich regelrecht als Steigbügelhalter,indem sie u.a. Sprache und Forderungen übernehmen.

In kleinen Gemeinden haben wir erlebt, wie schnell es passiert, dass AFD Vertreter:Innen sich einnisten, jede Schwäche der etablierten demokratischen Partien ausnutzen – und auf der Straße dann umso radikaler agieren. Die Nachrichten, dass und wie sich die AFD ideologisch und praktisch, aufrüstet häufen sich ( Hass, Hetze, Drohungen gegen engagierte Menschen,Verteilen von Stichwerkzeugen während einer Wahlkampfveranstaltung, Bildung von Kampfsportgruppen usw.). Hass und Rassismus werden legitimiert.Wenn andere Mittel versagen, müssen wir auch ein Parteiverbot in Erwägung ziehen. Das Privileg der Parteienfreiheit darf nicht missbraucht werden, um die Freiheit anderer zu zerstören. Das Parteienverbot ist kein Gedanken – sondern ein Organisationsverbot und steht, wie wir heute feststellen müssen, leider aus „gutem Grund“, in unserem Grundgesetz.

Für die OMAS GEGEN RECHTS Preetz

Liane Junge

Veranstaltung zur Kampagne AFD Verbot Jetzt am 12.11.2024 , 19.00 h, in Kiel in der Pumpe.

Lange Nacht in Kiel

2 Oktober 2024 – am Vorabend des Feiertags war in Kiel – und in vielen anderen Orten – eine Menge los: Unter dem Titel „Lange Nacht der Demokratie“ gab es überall in der Stadt was zu sehen und zu hören. Die Kieler OMAS GEGEN RECHTS waren der Einladung ins Gewerkschaftshaus gefolgt, wo sie unter dem Motto „Beschirmen was uns beschirmt“ im Treppenhaus eine viel beachtete Installation aus OMA Schirmen und Sprüchen für die Demokratie anbrachten.

Engagierte OMAS hatten sich eingefunden, um den Infotisch zu betreuen.
Auf einer Pinnwand fanden Gedanken und Anregungen zum Thema Demokratie Platz.

 

So macht die Arbeit Spaß!

Bericht vom Workshop der Kieler OMAS GEGEN RECHTS

Samstag, 28. September 2024, morgens um 10:00 in der Pumpe, dem Kommunikationszentrum in der Kieler Innenstadt. Eigentlich ist das Zentrum noch geschlossen, aber trotzdem herrscht reges Treiben. Plakate werden aufgehängt, Leckereien auf den großen Tisch in der Ecke gestellt, Stühle gerückt. Zum zweiten Mal veranstalten die Kieler OMAS GEGEN RECHTS einen Workshop. Unter dem Motto „Alles hängt mit allem Zusammen“ fanden sich Arbeitsgruppen zusammen, um zu den Themen Migration, Kommunikation, Struktur und Entscheidungsfindung neue Medien, Sichtbarkeit und Präsenz, Verbindung zu jungen Menschen Ideen zu sammeln und Konzepte zu entwickeln.

Das OMA Treffen wurde diesmal nach der Barcamp Methode abgehalten: Die Gruppen diskutieren in einem festgelegten Zeitraum und halten ihre Ideen fest. Nach Ablauf der Zeit werden die Ideen vorgestellt, dann geht es in die nächste Diskussionsrunde. Die OMA-Lieder zu Beginn und ein musikalischer Abschluss durften ebenso wenig fehlen wie die vielfältigen mitgebrachten Leckereien für das Buffet.

Und wie ist der Workshop bei den Beteiligten angekommen? Hier ein paar Stimmen:

OMA Sabine:

Es hat Spaß gemacht zusammen mit anderen Gleichgesinnten Themen zusammen zu tragen, zu erarbeiten und unterschiedlichste Aspekte einfließen zu lassen. Am Schönsten ist aber, dass wir an den Themen dran bleiben und uns aktiv für unsere demokratischen Ziele einsetzen.

OMA Christiane S.

Als „frischgebackene“ Oma war der Workshop erst meine 3. Veranstaltung und entsprechend gespannt kam ich Samstagmorgen in die Pumpe.

Das Orgateam empfing uns mit einem informativ und liebevoll vorbereiteten Arbeitsraum, der durch unsere Mitbringsel für das leckeer Buffet kulinarisch ergänzt wurde.

Für mich folgte ein rundherum erfüllender, motivierender und super organisierter Tag.

Von Singen, Tanzen, Schmausen bis hin zu Diskutieren, Ideen sammeln und neue Projekte planen, war alles dabei.

Ich habe die Atmosphäre als konstruktiv, manchmal kontrovers, aber immer wertschätzend empfunden.

Wir haben konzentriert an Themen gearbeitet und das Orgateam hat mitgewirkt und gleichzeitig in netter Weise auf zeitliche Disziplin geachtet.

Ehe ich mich versah, war ich schon Initiatorin einer neuen Arbeitsgruppe zum Thema: Verbindung der OMAS zu Kindern und Jugendlichen.

Aber auch die Themen der anderen AG`s fand ich sehr reizvoll, z.B. Kommunikation innerhalb der größer werdenden Gemeinschaft der OMAS , sowie die Einbindung neuer Teilnehmer*innen, Migration oder Arbeit in den besonders betroffenen Stadtteilen.

Beim Vorstellen der AG´s im Plenum ergab sich, Oh Wunder, die Erkenntnis:

ALLES HÄNGT MIT ALLEM ZUSAMMEN“.

Mit bester Laune radelte ich am späten Nachmittag in der Herbstsonne an der Kiellinie nach Hause und freue mich schon jetzt auf die nächsten OMA-Treffen, sowie die Fortsetzung der Arbeit in unserer neuen Arbeitsgruppe.

Danke an das Orga-Team und alle anderen Mit-OMAS für diesen Tag.

OMA Renate

Bei unserem Workshop hat mich wieder einmal beeindruckt, wie diszipliniert, konzentriert und an einem Ergebnis orientiert wir OMAS arbeiten. Und das alles auf basisdemokratischer Grundlage, allein an unseren Leitlinien orientiert – in einer offenen, warmherzigen Atmosphäre. Toll finde ich auch, wie sich unsere unterschiedlichen Fähigkeiten und Erfahrungen ergänzen. Nun freue ich mich darauf, dass wir die von uns entwickelten Themen der Arbeitsgruppe „Schule und Jugend“ in Kürze gemeinsam anpacken.

OMA Helga

Ganz herzlichen dank erstmal an das Orgateam👏 und dann alle OMAS, die zum Gelingen beigetragen haben.Das Buffet hat mich optisch umgehauen. dieBeiträge und die Kreativität und Herzlichkeit in unserem Kreis begeistert mich und gibt mir Hoffnung.

OMA Christiane B.

Das Orgateam hatte den Workshop sehr gut vorbereitet und zeitlich strukturiert. Die Zeitwächterin Frauke hat einen tollen Job gemacht.

Die Einstimmung mit Oma Liedern, diesmal begleitet von unseren Liedaufnahmen für Stände oder andere Aktivitäten, war wunderbar.

Nachdem alle Themen vorgestellt und gesammelt waren, haben sich Arbeitsgruppen gebildet, die 2x 45 Minuten zum Thema diskutiert und Handlungsoptionen überlegt haben.

Ich war in der Gruppe, die sich dem Thema: Mehr Präsenz der OgR in den Kieler Ortsteilen mit hohen AFD Wähleranteilen (Mettenhof, Elmschenhagen, Dietrichsdorf/Ellerbek) beschäftigt hat. Ist das Ostufer in Kiel wie der Osten Deutschlands? Wie können Bündnisse, die sich in den Ortsteilen für die Demokratie engagieren durch die OgR unterstützt werden? Besuch von OgR bei Treffen der Bündnisse. Planung von gemeinsamen Infoständen oder Veranstaltungen. Präsens in den Ortsbeiräten………

Der Abschluss mit dem Tanz, angeleitet von Oma Ute war ein wunderbarer, gemeinschaftsstiftender Abschluss eines tollen Tages. DANKE 

Unser gemeinsames Mitbringbuffet war großartig, Vielfalt pur

(Ich bin sehr dankbar eine von den OgR Kiel sein zu dürfen).

OMA Frauke

Alle OMAS kamen gut gelaunt und motiviert zusammen. Zur Begrüßung sangen Liane und Steffi ein Liedchen:

Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt ne kleine Oma

Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt ne kleine Oma

Seht euch mal die Oma an, wie die Oma kämpfen kann

Auf der Mauer, auf der Lauer sitze ne starke Oma.

Die Sammlung der Themen, die den OMAS unter den Nägeln brennen, war lang, umfangreich und gehaltvoll und machte Lust auf Arbeit in den AGs.

Die Räumlichkeiten in der Pumpe waren gut, die Arbeitsatmosphäre klasse, die Pausen waren schön und ungemein schmackhaft. Das Büffet wie immer OMA-Spitzenklasse.

Die Ergebnisse der AGs machen Lust auf weitere Arbeit und ergaben viel gute Impulse. Besonders wunderbar fand ich:

Kieler Glück“ – Geschichten gelungener Integration in Kiel

Jugend und OMAS zusammenbringen – „Doppelklick statt Doppelherz“

Danke an OMA Manuela!

Erklärung der Kieler OMAS GEGEN RECHTS

Erklärung der Kieler OMAS GEGEN RECHTS zu den Wahlergebnissen in Thüringen und Sachsen

Was Demokratinnen und Demokraten verhindern wollten, ist nun geschehen: Das erste Mal seit 1945 ist in Thüringen aus demokratischen Wahlen eine rechtsextremistische, faschistische Partei als Siegerin hervorgegangen, eine Partei, die erklärtermaßen unsere demokratische Grundordnung zerstören will. Auch in Sachsen erhielt sie mehr als 30 % der Stimmen. Wie konnte es dazu kommen und wie kann ein weiteres Erstarken der äußersten Rechten verhindert werden?

In den vergangenen Monaten mussten wir leider erleben, wie die demokratischen Parteien in ihrer Schwerpunktsetzung von der AFD vor sich hergetrieben wurden. Die AfD hat es geschafft, die öffentliche Debatte von den wirklichen Problemen weg auf die sogenannte irreguläre Migration zu lenken. So wird weiter die Erzählung gestärkt, dass die Migration, die hier Schutz suchenden Menschen die Ursache für alle gesellschaftlichen Probleme wären.

Schon vor dem entsetzlichen Terrorakt in Solingen hatte der Überbietungswettbewerb der Parteien um die Verschärfung von Maßnahmen gegen „irreguläre“ Migration eingesetzt. Die rassistischenRessentiments, die die Politik bedient, richten sich jetzt ausgerechnet gegen Menschen aus Afghanistan und Syrien, die vor Terror und Bürgerkrieg geflohen sind.

Hilft es im Kampf gegen den Rechtsextremismus, deren Menschenfeindlichkeit zu übernehmen?

Ausgrenzung, gleich ob von Geflüchteten, sozial Benachteiligten oder irgendeiner anderen

Minderheit ist kein Ersatz für die Entwicklung notwendiger Strategien für eine zukunftsfähige Gesellschaft.

Die politischen Parteien müssen sich auf ihre gesellschaftlichen Aufgaben besinnen:

Dazu gehören existenzsichernde Löhne, bezahlbare Mieten, eine gute Gesundheitsversorgung für

alle, Investitionen in Bildung und Infrastruktur und eine gerechte Besteuerung aller Einkommen, insbesondere die Besteuerung sehr hoher Vermögen.

Wir laden alle dazu ein, mit uns und anderen demokratischen Organisationen jetzt noch lauter unsere Stimme zu erheben

für ein menschenwürdiges Leben Aller ohne Existenzängste

für eine sozialgerechte, offene und demokratische Gesellschaft

für eine gerechte Verteilung der Kosten aktueller Krisen.

Ein großer Erfolg für die OMAS GEGEN RECHTS

Am Wochenende vom 2. bis zum 4. August haben die OMAS GEGEN RECHTS in Erfurt ihren Bundeskongress abgehalten. Unsere OMAS Ingrid und Manuela waren vor Ort.

Manuela war so freundlich, ihre Eindrücke zu schildern und ein paar Fotokollagen zur Verfügung zu stellen.

Ich hatte die große Ehre und das Glück, mit einer weiteren OMA aus Kiel zum Bundeskongress nach Erfurt zu fahren.
Meine Mit-OMA Ingrid war bereits am Freitag, 2.8. in Erfurt und hat ab 16 Uhr an der ersten Begrüßung teil genommen.
Für mich begann der Kongress im Landtag von Thüringen am Samstag um 9:30 Uhr.
Nachdem ich von den OMAS (und OPAS) aus Erfurt herzlich willkommen geheißen wurde, alle meine Fragen geduldig beantwortet wurden, begann für mich ein spannender und bewegender Samstag.


Die Begrüßungsworte von der Landtagspräsidentin Birgit Pommer, Ministerpräsident Bodo Ramelow und auch von Frau Charlotte Knobloch waren wohlwollend und ermutigend.
Mir ist der Satz „Meine Nationalität ist Mensch“ aus den Begrüßungen im Kopf geblieben.
Nach einem sehr interessanten Vortrag von Professor Andreas Zick sammelten sich die 300 angereisten OMAS in 14 verschiedenen Workshops.
Und um 16 Uhr zogen wir als großer Demo-Zug vom Landtag Richtung Zentrum. Mit Musik, Gesang, Schildern, Fahnen, und Rollatoren zogen um die 600 bis 700 TeilnehmerInnen zum Bahnhof und durch die Stadt. Ich war berührt und glücklich über diese große Menge an Menschen, die es wagte, dort in Thüringen Haltung gegen „Rechts“ zu zeigen.

Die Menschen in der Stadt reagierten nicht alle freundlich auf uns, und dies machte für mich den Unterschied zur Situation im Norden spürbar. Nach 2 Stunden endete der Samstag für uns im Kulturquartier, wo die Bigband der Erfurter Musikschule (lauter junge Menschen) für uns tolle Musik machte.So klang der Abend mit Musik, Tanz und Gesprächen aus.

Nix wie weg!

Am Sonntag, dem 4.8. fand noch der wichtige Abschluss im Landtag statt.
Die Ergebnisse der Workshops wurden kurz und knackig präsentiert und im Anschluss wurde noch eine „Abschlusserklärung der OMAS GEGEN RECHTS“ beschlossen.
Ich fühle mich nach diesem Wochenende beschenkt, bereichert und dankbar.
Die Organisation und Gastfreundschaft war großartig!


Vielleicht nehmen auch die anderen OMA-Gruppen aus ganz Deutschland den Schwung in ihre Bündnisse mit und arbeiten weiter an den Themen, die bei diesem Kongress aufgekommen sind…

 

Und noch ein paar Presse- und Medienlinks:

https://www.deutschlandfunk.de/nachrichten-dlf-f2556a38…

https://www.zeit.de/…/omas-gegen-rechts-thueringen…

https://www.instagram.com/reel/C-N5yUzodKO/?igsh=MTNudTg4ZDY5ajBiZg==

https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL21kci5kZS9iZWl0cmFnL2Ntcy84OTdmYTFmZC1kMjA4LTRkMjYtOWJhNi1lZTdhNmUzODIyOTQ/

https://taz.de/Omas-gegen-Rechts-Bundeskongress/!6027726/

https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/mitte-thueringen/erfurt/omas-gegen-rechts-demo-104.html

 

 

 

Widerstand & Verantwortung Teil 2

Am Mittwoch, 31.07. kamen wir Kieler OMAS in den Genuss einer Sonderführung durch die Ausstellung „Widerstand&Verantwortung“ durch die Kuratorin, Anja Manleitner.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Oskar Kusch, U-Bootkommandant, der im Kieler Marinegfängnis einsaß und 1944, im Alter von 26 Jahren, hingerichtet wurde.

Abschiedsbrief an den Vater

Anja Manleitner gab einen lebendigen Einblick in das Leben Oskar Kuschs.

Geprägt durch seine Jugendjahre in einer Gruppe der Bündischen Jugend, die sich nach 1933 gegen die Vereinnahmung durch die Hitlerjugend stellte und sich so politisierte, ging Kusch zur Marine, nicht zuletzt um politischer Verfolgung zu entgehen. Einer seiner Offiziere denunzierte den bei der Besatzung beliebten Kommandanten, und so kam es zur Verhaftung und zu Verurteilung, unter anderem wegen „fortgesetzter Zersetzung der Wehrkraft“

Bedrückend waren die Eindrücke von den Haftbedingungen, die Enge und Düsternis der Todeszellen und die bürokratischen Regularien der Hinrichtung, denn auch Mord musste seine Ordnung haben. Zeitweise begleitete uns die Klanginstallation von Herrn Penschuck – Vogelgezwitscher, die Schritte der Wachen, Türen und Motoren der LKW, mit denen die Delinquenten zur Hinrichtung gebracht wurden – dazu Abschiedsbriefe und Zeichnungen – das alles machte für uns die Beklemmung des jungen Todeskandidaten fühlbar.

Eine der Todeszellen

 

Nach dem Krieg hatte der Vater Oskar Kuschs ein Strafverfahren gegen den Vorsitzenden Richter Karl-Heinrich Hagemann angestrengt, der seinen Sohn zum Tode verurteilt hatte. Dass die Richter am Kieler Landgericht nach 1945, die ihre Ämter aus der Nazizeit beibehalten hatten, Hagemann freisprachen, weil sie in dem Todesurteil „kein politisches Motiv“ erkannten, ist ein weiteres beklemmendes Detail.

Nach einer spontanen Sammlung unter den 14 Teilnehmer*innen konnten wir uns nicht nur sehr herzlich bei Anja Manleitner bedanken, sondern ihr auch eine kleine Geldspende für ihren Verein überreichen.

Die Ausstellung über Oskar Kusch wird noch bis zum 7. September 2024 gezeigt; Details und Termine findet Ihr auf der Homepage www.oskarkusch.de

 

Ein Post von Anja Manleitner nach der Führung mit uns

OMAS GEGEN RECHTS beim Demokratietag der Max-Planck-Schule

Unsere drei OMAS Margrit, Ute und Renate betraten für uns Kieler OMAS Neuland: Sie waren zu Gast in einer Schule. Ihre Erfahrungen ermutigen für weitere Aktivitäten in diesem Bereich. Ein herzlicher Dank!

Und hier ihre Bericht:

„Die MPS steht auf – Aktionstag „Schule ohne Rassismus – Demokratie verteidigen, Vielfalt leben“ – so das Motto des ersten Demokratietages  am 2. Juli überhaupt am Max-Planck-Gymnasium in Kiel. Um den Tag bunt und vielfältig zu gestalten, hatten die beiden organisierenden Lehrkräfte unter anderem VertreterInnen aus Organisationen der Zivilgesellschaft, von Religionsgemeinschaften und Minderheiten eingeladen, darunter auch uns OMAs gegen Rechts. In mehreren Workshops innerhalb der Klassen wurden Themen wie Toleranz, Rassismus und Menschenrechte angesprochen.

Die drei OMAs Margrit, Ute und Renate gestalteten jeweils einen Workshop in zwei 6. Klassen. Uns interessierte vor allem, welche Ängste und Wünsche die Schülerinnen und Schüler bewegen. Unter den Ängsten der etwa 12-Jährigen wurden vor allem der Klimawandel, die Kriegsgefahr und auch das Erstarken der AfD genannt. Damit korrespondierten die Wünsche: Klimaschutz, Arten- und Meeresschutz, das stärkere Nutzen erneuerbarer Energien und der Erhalt unserer Demokratie standen ganz oben auf der Wunschliste. Auch die Themen Gleichberechtigung und eine gute Kommunikation bei einem Streit hielten die SchülerInnen für wichtig. Sehr positiv überrascht waren wir, auf welch hohem Niveau und wie lebhaft ALLE Schülerinnen und Schüler mitdiskutiert haben.

Über das gute Feedback in beiden Klassen haben wir OMAs uns natürlich gefreut. Wichtiger aber noch: Wir haben viel darüber gelernt, was junge Menschen bewegt. Vielfach deckt sich das mit den Werten von uns OMAs – eine gute Grundlage für ein weiteres Engagement für und mit jungen Leuten. Wir planen daher, eine Arbeitsgruppe aus unserem Kreis zu gründen, um Konzepte und Module für Schulklassen oder Jugendorganisationen zu entwickeln.

Unser großer Dank gilt allen Lehrkräften an der Max-Planck-Schule, die diesen großartigen Tag ermöglicht und uns OMAs zu diesem wichtigen Projekttag eingeladen haben.